Salzburg

Coronavirus: Neue Verdachtsfälle in Salzburg negativ

Nach den ersten bestätigten Fällen geht man auch in Salzburg von einem Ausbruch des Virus aus. Behörden prüften am Mittwoch mehrere Verdachtsfälle: Vorerst waren alle abgenommenen Abstriche negativ.

Zwei Personen aus dem Flachgau sowie eine aus dem Pinzgau und eine aus dem Lungau zeigten entsprechende Symptome. Die Abklärung einer Infizierung mit dem Coronavirus sei aber eine reine Vorsichtsmaßnahme, sagte Franz Wieser, Sprecher des Landes. Bei den Personen aus dem Flachgau wurde bereits ein Rachenabstrich vorgenommen. Am Mittwochnachmittag hieß es aus den Salzburger Landeskliniken, dass die Abstriche negativ sind. Wenig später kam auch die Bestätigung von Seiten des Landes: Die beiden genommenen Abstriche waren negativ. Bei den Personen aus dem Pinzgau und aus dem Lungau warten die Behörden derzeit noch den weiteren Krankheitsverlauf ab und entscheiden dann erst, ob ein Test auf das Virus überhaupt nötig ist.

Seit Dienstagabend zwölf Verdachtsfälle, keiner positiv

Nach ersten Informationen gab es noch weitere Verdachtsfälle, positive Proben auf das neue Virus gibt es in Salzburg aber vorerst noch nicht. Auch das wurde mittlerweile vom Land Salzburg bestätigt: Laut einer Aussendung wurden der Landessanitätsdirektion seit Dienstagabend zwölf Verdachtsfälle aus dem gesamten Landesgebiet gemeldet. In sechs Fällen laufen die Tests, insgesamt fünf Proben wurden bisher negativ getestet (inklusive jener zwei im Fachgau) und ein weiterer Fall ist in Abklärung.

Rotes Kreuz nimmt Testungen vor

Am Mittwoch gab das Land Salzburg auch bekannt, dass künftig Tests von Personen, bei denen ein Verdacht auf eine Coronaerkrankung besteht, von Sanitätern des Roten Kreuzes durchgeführt werden. Die Teams würden die Proben dann zur Untersuchung in das Salzburger Universitätsklinikum bringen, wo ein Ergebnis binnen Stunden vorliegt. Personen, die glauben, mit der Krankheit infiziert zu sein, sollten jedenfalls zu Hause bleiben und telefonisch die Gesundheitshotline 1450 kontaktieren.

"Es wäre ein Wunder, wenn Salzburg verschont bliebe"

Das Auftreten eines ersten bestätigten Coronafalls in Salzburg sei jedenfalls nur eine Frage der Zeit, sagt Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. "Es wäre ein Wunder, wenn Salzburg verschont bliebe."

Grundsätzlich zeigt sich das Land Salzburg für den Epidemiefall aber gerüstet. Zustände wie in China oder in Italien, wo ganze Orte gesperrt wurden, solle es in Salzburg jedenfalls nicht geben, sagte Landeshauptmann Wilfried Haslauer am Dienstag nach einem Koordinierungstreffen. "Man muss nur an das Kreuzfahrtschiff denken, auf dem die Passagiere unter Quarantäne gestellt wurden: Das ging mit zehn Fällen los, am Ende gab es viele, viele Erkrankte."

In Salzburg habe man sich das Ziel gesetzt, im Fall eines Ausbruchs das öffentliche Leben so wenig wie möglich zu beeinflussen. So sei auch eine Absage des Europa-League-Spiels von Red Bull Salzburg gegen Eintracht Frankfurt oder ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit kein Thema, sagt Gesundheitsreferent LH-Stv. Christian Stöckl. "Dann macht es ja keinen Spaß mehr."

Das zweite Ziel im Fall eines Ausbruchs sei es, das Virus nach Möglichkeit einzudämmen. Dabei müsse man von Fall zu Fall unterschiedlich handeln. Bereits bei einem Verdachtsfall müsse man Kontaktpersonen der möglicherweise erkrankten Person ausfindig machen, sagt Landessanitätsdirektorin Petra Juhasz. "Wenn dann ein Testergebnis da ist, hat man den Kreis der Personen bereits identifiziert, die man schützen muss." Dann gelte es zwischen Kontaktpersonen zu unterscheiden, bei denen ein hohes Risiko einer Infektion bestehe, und jenen mit geringerem Risiko. "Da gibt es genaue Handlungsanweisungen, wie sich diese Personen zu verhalten haben. Das ist auf jeden Fall sinnvoller, als Ortschaften zu sperren."

In den meisten Fällen reiche eine Quarantäne der Personen zu Hause aus. Das gelte für Personen, bei denen der Verdacht auf ein Coronavirus bestehe, genauso wie für jene, bei denen ein milder Verlauf der Krankheit festgestellt worden sei, sagt Juhasz. "Wir haben die ersten genauen Auswertungen der Fälle aus China und mehr als 80 Prozent der Erkrankungen verlaufen sehr mild."

Für solche Personen sei ein Krankenhaus der falsche Ort, sagt Landeshauptmann Haslauer. "Die Spitäler waren in China jene Orte, an denen sich am meisten Personen angesteckt haben."

Die Versorgung dieser Personen solle jedenfalls sichergestellt werden. Das könne einerseits über Essen auf Rädern ablaufen, ein Angebot, das es ja in jeder Gemeinde gebe. Zudem rät das Land auch dazu, zu Hause Vorräte aufzubewahren. "Dazu gibt es ohnehin Empfehlungen vonseiten des Zivilschutzes, auch für andere Situationen", sagt Stöckl.

Nachdem am Montag 28 Mitarbeiter des LKH Salzburg nach einer Venedig-Reise aus Sicherheitsgründen nach Hause geschickt worden waren, wurde auch aus dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder ein ähnlicher Fall bekannt: Eine Mitarbeiterin der Pflege war in Norditalien auf Urlaub gewesen. Sie sei vorerst beurlaubt worden, sagt der ärztliche Direktor Friedrich Hoppichler.

Sechs wichtige Verhaltensregeln zum Coronavirus

  • 1. Immer vor dem Essen und nach Kontakt mit Oberflächen (etwa Haltegriffe) Hände mit warmem Wasser und Seife waschen oder Desinfektionsmittel verwenden.
  • 2. Husten oder Niesen in ein Papiertaschentuch - ersatzweise in den Ellbogen.
  • 3. Händeschütteln vermeiden.
  • 4. Bei Husten, Atembeschwerden oder Fieber: Gesundheitsberatung unter 1450 oder den Hausarzt telefonisch kontaktieren.
  • 5. Im Erkrankungsfall daheimbleiben.
  • 6. Nicht in Gebiete reisen, die vom Virus bereits betroffen sind.

Liveblog zum Coronavirus:

Aufgerufen am 01.12.2021 um 02:26 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/salzburg-coronavirus-neue-verdachtsfaelle-in-salzburg-negativ-83999584

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