Österreich

Schlag gegen Drogenmafia - 1470 Jahre Haft für Mafiosi

Zum dritten Mal tagen führende Mafia-Ermittler in Zauchensee. Welche Folgen Balkan-Kartelle für die Sicherheit Österreichs haben.

Die "Operation Smart" klingt ein wenig wie aus einem Sonntags-Tatort: In Geheimbunkern, getarnt als Konsolen in Autos oder vergrabenen Kapseln im Wald und in Parks, hortete eine internationale Drogenbande 160 Kilogramm Suchtgift im Wert von 1,3 Millionen Euro. Organisiert wie eine Firma, mit einem Zellenchef, Kurieren, die die Drogen vom Balkan anlieferten und Logistikern.

Die Drogengeschäfte waren den Kriminellen aber nicht genug: Im großen Stil planten sie, schwer bewaffnet ein Casino in der Nähe des Bodensees zu überfallen.

Kopf der kriminellen Organisation war ein 47-jähriger Serbe, der vor wenigen Monaten in Vorarlberg festgenommen werden konnte. Dank der Kooperation von Ermittlern aus Serbien, der Schweiz und Österreich.

Bei einer Pressekonferenz anlässlich einer internationalen Mafia-Tagung im salzburgerischen Zauchensee wurde der Fall am Dienstag präsentiert. Zum bereits dritten Mal trafen sich 92 führende Mafia-Ermittler, Vertreter von FBI, Europol oder der amerikanischen Homeland-Security in dem kleinen Bergdorf im Pongau, um ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen das internationale Verbrechen zu stärken. Das zentrale Thema: "Balkan Kartelle und andere Polykriminelle Banden". Wie sehr gerade die Balkan-Kartelle im Fokus standen, verdeutlichte ein Blick auf die prominent besetzte Teilnehmerliste.

Und: die aktuellen Entwicklungen in Montenegro und Serbien. Bei Fehden unter rivalisierenden Mafia-Clans sollen seit dem Jahr 2013 alleine in Montenegro 30 Personen getötet worden sein. Seit Jahresbeginn kam es zur bereits siebenten Bombenexplosion. Serbiens Innenminister Nebojsa Stefanovic kündigte sogar ein Einreiseverbot für potenziell Verdächtige Bürger Montenegros an.

Seit der ersten Tagung wurden insgesamt 24 Operationen durchgeführt

"Ja, wir haben ein Problem mit rivalisierenden Mafia-Clans", betonte Stefanovic am Dienstag in Zauchensee. Er war ebenso, wie Österreichs Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) angereist. "Der Westbalkan ist eine Schlüsselregion, wenn wir über die Sicherheit Österreichs und Euorpas nachdenken", sagte Kickl bei seiner Eröffnungsrede.

"Was in Zauchensee entschieden wird, ist ein entscheidendere Teil jener Arbeit, die uns international erfolgreich macht", betonte auch der Direktor des Bundeskriminalamts, Franz Lang. Dies verdeutlichen folgende Zahlen: Insgesamt konnten seit der ersten Mafia-Tagung 24 gemeinsame Operationen durchgeführt und Haftstrafen im Gesamtausmaß von 1470 Jahren verhängt werden. Allein in Österreich wanderten alle Verurteilen zusammengezählt für 300 Jahre hinter Gitter.

Doch zurück an den Balkan: Wer die Eskalation der Auseinandersetzungen innerhalb der Balkan-Mafia verstehen will, muss die Drogengeschäfte dahinter kennen. Seit jeher gelten die Balkan-Bosse als zentrale Schlüsselfiguren bei Drogengeschäften aus Lateinamerika. Als jedoch plötzlich Drogen im Wert von Millionen am Transportweg verschwanden, nahmen die Fehden der Clans ihren Lauf.

"Wir müssen Schulter an Schulter mit den Kollegen am Balkan arbeiten", erklärt Dieter Csefan, Chef der Abteilung Organisierte Kriminalität im Bundeskriminalamt (BK). Und Serbiens Innenminister fügte hinzu: "Wir dürfen nicht zulassen, dass die Kriminellen glauben, stärker als wir zu sein."

Aufgerufen am 17.07.2018 um 02:44 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/schlag-gegen-drogenmafia-1470-jahre-haft-fuer-mafiosi-26788951

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