Österreich

Schlag gegen Kinderpornoszene in 141 Ländern

Einen weltweiten Schlag gegen die Kinderpornoszene haben jetzt die Polizeibehörden geführt. An der Operation "Carole" waren 141 Länder auf allen Kontinenten beteiligt. In Österreich wurden 272 Personen ausgeforscht.

Schlag gegen Kinderpornoszene in 141 Ländern SN/Bilderbox
Österreichs Behörden ermittelten erfolgreich.

In Österreich handelt es sich bei nahezu allen Verdächtigen um Konsumenten, allerdings wurden auch zwei Fälle von massivem Kindesmissbrauch geklärt. Laut Chefinspektor Harald Gremel vom Bundeskriminalamt (BK), das unter seiner Leitung die Ermittlungen in Österreich koordinierte, war der Ausgangspunkt der rund ein Jahr laufenden Untersuchung der Betreiber eines Root-Servers in Luxemburg. Dieser stellte fest, dass über zwei seiner Homepages weltweit große Mengen von kinderpornografischem Material verbreitet wurden, und verständigte die Behörden in seinem Land.

In Österreich übernahmen die Landeskriminalämter die Hausdurchsungen und stellten Material, teilweise im Terabyte-Bereich, sicher. Die mit Abstand meisten Verdächtigen lebten in Wien mit 68, gefolgt von der Steiermark mit 44, Niederösterreich mit 40, Oberösterreich mit 35, Kärnten mit 25, Salzburg mit 20, Vorarlberg und Tirol mit jeweils 14 sowie dem Burgenland mit zwölf. Gremel zufolge kamen die Ausgeforschten aus nahezu allen Berufssparten, auch Lehrer und Kindergärtner waren darunter. Alle 272 Verdächtige sind männlich. Geistliche von Religionsgemeinschaften waren nicht betroffen.

Im Zuge der Operation "Carole" klärte die österreichische Polizei bisher zwei Fälle von Kindesmissbrauch auf. In einem Fall hat ein 61-jähriger Salzburger die Tochter seiner Lebensgefährtin sowohl zu Hause als auch an gemeinsamen Urlaubsdestinationen wiederholt schwerst missbraucht. In einem zweiten Fall hat ein Wiener seine drei Taufkinder missbraucht. Er hat bereits gestanden, Gremel zufolge laufen die Untersuchungen noch.

Innenministerin Mikl-Leitner bezeichnete Kindesmissbrauch und Kinderpornografie als "die widerwärtigste Art der Kriminalität". Es müsse "Null Toleranz für die Täter" geben.

Quelle: APA

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