Österreich

Schnee in Österreich: Süden und Westen versinken teils, Osten nur angezuckert

Im Osten Österreichs liegen die Neuschneesummen bisher deutlich unter einem durchschnittlichen Winter, im Westen je nach Region im Normalbereich oder darüber. Das ergeben die Auswertungen der ZAMG. Im Süden des Landes ist die Lage teils kritisch. Nach einer Niederschlagspause geht es am Wochenende weiter.

Im Süden, vor allem in Osttirol und Oberkärnten, hat es stellenweise schon zwei bis drei Mal so viel geschneit wie in einem gesamten durchschnittlichen Winter. Die Normen für Schneelast sind vor allem in Teilen von Osttirol und Oberkärnten bereits überschritten.

Die Zwischenbilanz zur Mitte des meteorologischen Winters (Dezember bis Februar) fällt sehr unterschiedlich aus, wie eine Auswertung der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zeigt: In Wien auf der Hohen Warte liegt die Summe der täglichen Neuschneemenge derzeit bei nur fünf Zentimetern. Im Mittel der letzten 30 Jahre schneit es hier in einem gesamten Winter 39 Zentimeter. Es gab in Wien also bisher nur 13 Prozent der Schneemenge eines durchschnittlichen gesamten Winters.

Im Westen Österreichs ist die Summe der täglichen Neuschneemenge je nach Region sehr unterschiedlich. Grob gesagt hat es vor allem im Bereich des Alpenhauptkamms sowie in sehr tiefen Lagen bisher überdurchschnittlich viel geschneit. Einige Beispiele zur Summe der täglichen Neuschneemengen:

  • In Obergurgl hat es bisher 290 Zentimeter geschneit, in einem durchschnittlichen gesamten Winter sind es hier 223 Zentimeter (aktueller Wert liegt somit 30 Prozent über dem Mittel eines gesamten Winters).
  • In Innsbruck hat es bisher 84 Zentimeter geschneit. In einem durchschnittlichen gesamten Winter sind es hier 74 Zentimeter (aktueller Wert liegt somit 14 Prozent über dem Mittel eines gesamten Winters).
  • Auch in Bregenz hat es bereits mehr als in einem durchschnittlichen gesamten Winter geschneit (aktuelle Neuschneesumme 74 cm, Mittel 64 cm, somit 15 Prozent über dem Mittel eines gesamten Winters).
  • Für Feldkirch zeichnet sich diesen Winter die größte Neuschneesumme seit mehr als 20 Jahren ab. Derzeit liegt die Neuschneesumme schon bei 112 Zentimetern. Im gesamten Winter 2012/13 waren es 112 Zentimeter, im gesamten Winter 1998/99 waren es 134 Zentimeter.
  • In Langen am Arlberg sind es bisher 382 Zentimeter Neuschneesumme. In einem durchschnittlichen gesamten Winter schneit es hier 435 Zentimeter. Der aktuelle Wert entspricht somit 87 Prozent eines durchschnittlichen gesamten Winters.

Extreme Mengen im Süden

Extreme Schneemengen brachte der bisherige Winter vor allem in Osttirol und Oberkärnten. Hier hat es in einigen Regionen bereits zwei bis drei Mal so viel geschneit wie im Mittel im gesamten Winter. In Kötschach-Mauthen liegt die Neuschneesumme derzeit bei 331 Zentimetern, in einem durchschnittlichen gesamten Winter sind es 110 Zentimeter (aktueller Wert liegt somit 200 Prozent über dem Mittel). In Lienz liegt die Neuschneesumme derzeit bei 271 Zentimetern, in einem durchschnittlichen gesamten Winter sind es 65 Zentimeter (aktueller Wert liegt somit mehr als 300 Prozent über dem Mittel).

Schneelast drückt auf die Flachdächer

Die großen Schneemengen zeigen sich auch bei den Messungen und Berechnungen der ZAMG zur aktuellen Schneelast (Gewicht des Schnees auf den Gebäuden).

"Grundsätzlich gilt, dass in vielen Tälern Oberkärntens und Osttirols unterhalb von rund 1000 Metern Seehöhe die von 1983 bis 2006 gültige Norm für Schneelast bereits vielfach überschritten ist, mit Ausnahme des Lesachtals. 2006 wurde die Norm erhöht, diese Werte sind noch nicht erreicht, teilweise ist man aber schon knapp dran", sagt Gerhard Hohenwarter von der ZAMG in Klagenfurt. "In diesen Regionen empfiehlt sich, mit Statikern Rücksprache zu halten, besonders bei Flachdächern. Wichtig ist in diesem Zusammenhang aber auch: Das Abschaufeln von Dächern ist gefährlich und sollte nur von kundigen Personen durchgeführt werden."

Bis Mitte der Woche schneit und regnet es kaum bis gar nicht. Zum Wochenende hin kann es dann wieder schneien bzw. in tiefen Lagen regnen, mit Schwerpunkt im Südwesten Österreichs, im weiteren Verlauf wahrscheinlich auch wieder an der Nordseite der Alpen.

Ein mit Schnee bedecktes Vogelhaus in Hohenems. SN/APA/STIPLOVSEK DIETMAR
Ein mit Schnee bedecktes Vogelhaus in Hohenems.

Aufgerufen am 07.12.2021 um 06:45 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/schnee-in-oesterreich-sueden-und-westen-versinken-teils-osten-nur-angezuckert-98528920

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