Österreich

Schwere Unfälle durch Feuerwerkskörper in Wien und Tirol

Zum Jahreswechsel ist es in Wien und Tirol zu schweren Unfällen mit Feuerwerkskörpern gekommen. Ein explodierender Feuerwerkskörper trennte einem 41-Jährigen in Wien-Donaustadt mehrere Finger der rechten Hand ab. In Innsbruck wurde indes ein 30-jähriger Ungar am Neujahrstag durch eine Rakete schwerst verletzt. Ihm zerfetzte eine explodierende Rakete nahezu die gesamte linke Hand.

"Herausfordernde Nacht" für die Wiener Berufsrettung SN/APA (Archiv/Webpic)/hex
"Herausfordernde Nacht" für die Wiener Berufsrettung

Wie die Polizei berichtete, hob der Mann in Innsbruck den am Boden liegenden, offenbar noch nicht ausgelösten Feuerwerkskörper auf und versuchte, diesen anzuzünden. Dabei explodierte die Rakete. Der Schwerstverletzte wurde von Rettungssanitätern sowie einem Notarzt erstversorgt und anschließend in den Schockraum der Universitätsklinik Innsbruck eingeliefert. Dort wurde er operiert. Zu dem Unfall war es gegen 6.00 Uhr im Innsbrucker Stadtgebiet gekommen.

In Wien-Donaustadt wurde die Berufsrettung kurz nach Mitternacht zu dem Unfall in der Josef-Baum-Gasse gerufen. Dort hatte ein explodierender Feuerwerkskörper einem 41-Jährigen mehrere Finger der rechten Hand abgetrennt. Zwei Teams versorgten den Patienten bis zur Einlieferung ins Spital.

In Virgen in Osttirol wurde ein 35-jähriger Einheimischer von einer Rakete im Halsbereich getroffen. Der Osttiroler hatte auf einer Wiese vor seinem Haus ein sogenanntes Batteriefeuerwerk gezündet. Nach der Erstversorgung durch seine Freundin, Notarzt und Rettungsteam wurde er in das Bezirkskrankenhaus Lienz eingeliefert, wo er stationär aufgenommen wurde.

In Rum bei Innsbruck wurden am Neujahrstag drei befreundete Burschen im Alter von 11, 12 und 13 Jahren durch eine explodierende Rakete verletzt. Laut Polizei fanden die drei Kinder den von der Silvesternacht übrig gebliebenen Feuerwerkskörper auf einem Parkplatz. Als der Zwölfjährige die Rakete entzündete, detonierte diese sofort. Die Verletzten wurden in die Innsbrucker Klinik gebracht. Zu dem Unfall war es kurz vor 14.30 Uhr auf dem Parkplatz eines Einrichtungshauses gekommen.

Auch in Oberösterreich kam es zu Unfällen mit Feuerwerkskörpern. In Leonding (Linz-Land) verletzte sich ein 49-jähriger Mann beim Hantieren mit einem Feuerwerkskörper schwer an Daumen und Zeigefinger. Er wurde von der Rettung ins Unfallkrankenhaus Linz gebracht. Im Bezirk Braunau wollte ein 25-Jähriger aus Pischelsdorf kurz nach Mitternacht auf der Wiese neben seinem Haus ein Batteriefeuerwerk entzünden. Dabei wurde er durch Raketen im Gesicht und an der linken Hand verletzt. Auch er musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Drei Verletzte hat es aufgrund von Feuerwerks-und Knallkörpern in der Silvesternacht in Niederösterreich gegeben. Ein 50-Jähriger wurde von einem heißen Feuerwerksteil am Auge getroffen, zwei Frauen erlitten leichte Verletzungen, berichtete die Polizei am Montag. Zwei Gartenhäuser brannten ab. In Gmünd wurde ein Kaugummiautomat gesprengt und das Kleingeld daraus gestohlen.

Der 50-Jährige hatte in Sierndorf (Bezirk Korneuburg) vor seinem Haus eine Feuerwerksbatterie gezündet. Ein herabfallendes Teil des Feuerwerks erwischte den Mann daraufhin am linken Auge. Er wurde ins Allgemeine Krankenhaus Wien gebracht.

In Pöggstall (Bezirk Melk) warf ein 20-Jähriger einen Knallkörper zu einem geparkten Auto. Dadurch dürften Teile der hinteren Stoßstange bzw. des Kotflügels des Wagens weggeflogen sein und eine 27-jährige Frau aus Krems an der Donau am Fuß getroffen haben, hieß es von der Polizei. In Deutsch-Wagram (Bezirk Gänserndorf) traf eine Rakete eine 73-jährige Frau am Kopf. Sie wurde leicht verletzt ins Landesklinikum Mistelbach gebracht.

In Biedermannsdorf (Bezirk Mödling) und in Stockerau (Bezirk Korneuburg) brannten zwei Gartenhäuser ab. Einen durch einen Feuerwerkskörper verursachten Brand eines Balkons bei einem Mehrparteienhaus in Wördern (Bezirk Tulln) konnten Anrainer mit einem Feuerlöscher unter Kontrolle bringen.

Weitere Beschädigungen betrafen Mistkübel, Briefkästen und Fensterscheiben sowie einen Snackautomaten am Bahnhof in Wieselburg (Bezirk Scheibbs) und eine Telefonzelle in Bisamberg (Bezirk Korneuburg). Außerdem kam es zu mehreren Heckenbränden. In Maria Raisenmarkt (Bezirk Baden) musste die Feuerwehr brennende Stroh- und Heuballen löschen.

Für die Berufsrettung war es allgemein eine herausfordernde Nacht, wie diese am Neujahrstag berichtete. 473 Einsätze verzeichnete die Wiener Berufsrettung von Sonntag 19.00 Uhr bis Montag 7.00 Uhr. Es war "wie gewohnt eine der einsatzstärksten Nächte des Jahres", hieß es.

Die Berufsfeuerwehr Wien berichtete indes von 260 Einsätzen in der vergangenen Dienstschicht. Zahlreiche Zimmerbrände, in Brand geratene Pkw, viele Kleinbrände wie entflammte Müllbehälter oder Gestrüpp und diverse "technische Einsätze", dazu zählen etwa Verkehrsunfälle, wurden "abgearbeitet", hieß es am Neujahrstag in einer Bilanz.

Quelle: APA

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