Österreich

Schwere Unwetter über Südostösterreich

Heftige Unwetter hat es am Freitagabend über Österreich gegeben. Im südburgenländischen Bezirk Oberwart sorgte Starkregen für rund 260 Feuerwehreinsätze. Auch in Kärnten und der Steiermark gab es wegen Starkregen und Hagel zahlreiche Einsätze der Feuerwehren und sonstiger Hilfskräfte. Am Samstag entspannte sich zunächst die Lage.

Heftige Gewitter und Starkregen am Freitag, 1. Juni 2018, haben im südburgenländischen Bezirk Oberwart für rund 260 Feuerwehreinsätze gesorgt. Im Überschwemmung im Bezirk Oberwart aufgenommen am Samstag, 2. Juni 2018.
Heftige Gewitter und Starkregen am Freitag, 1. Juni 2018, haben im südburgenländischen Bezirk Oberwart für rund 260 Feuerwehreinsätze gesorgt. Im

"Es waren rund 600 Leute im Einsatz", berichtete der im Bezirksführungsstab Oberwart für die Einsatzleitung zuständige Martin Ulreich am Samstag der APA. "Manche Feuerwehr haben durchgemacht und sind noch immer draußen", sagte Ulreich. Die Feuerwehren aus Bad Tatzmannsdorf und Buchschachen rückten zur Verstärkung aus.

Die Lage nach dem Unwetter im Bezirk Oberwart hat sich am frühen Samstagnachmittag entspannt. Auch in der Gemeinde Wolfau, wo ein Großteil der Ortschaft in der Früh noch überflutet war, ist der Pegelstand nun zurückgegangen. "Die Keller wurden ausgepumpt, Straßen werden aktuell gereinigt, teilte Einsatzleiter Ulreich mit.

"Momenten schaut es ganz gut aus. Aber wir beobachten mit Argwohn das Wetter", schilderte er. "Derzeit gibt es einige Gewitterzellen im Bezirk sowie in der benachbarten Steiermark. Um die Mittagszeit hat Starkregen für eine überflutete Straße in Pinkafeld gesorgt. Derzeit ist sehr viel Gewitterpotenzial in der Luft, die Rückhaltebecken sind überall voll. Das könnte schnell gehen, wenn auch nur wenig Niederschlag kommt", berichtete der Zuständige für die Einsatzleitung im Bezirksführungsstab Oberwart.

Die Feuerwehren seien über die aktuelle Wetterlage informiert worden, eine gezielte Bereitschaft bestehe nicht mehr, hieß es. "Die Lage ist momentan nicht dramatisch. Die Feuerwehrleute sind alle ausgelaugt und müde. Alles ist nass und muss gereinigt werden", sagte Ulreich. Im Bezirk hoffe man nun, dass kein Regen mehr kommt. "Dann sind wir bald fertig", meinte der Einsatzleiter mit Blick auf die kräftezehrenden Einsätze bzw. Aufräumarbeiten.

Begonnen hatte das Unwetter am Freitag gegen 13.00 Uhr. "Die Pegelstände des Stögersbach und der Pinka sind relativ dramatisch angestiegen. Die Gemeinde Loipersdorf-Kitzladen hat es besonders schlimm getroffen. Drei Viertel von Loipersdorf-Kitzladen war Land unter - inklusive dem Feuerwehrhaus", erzählte er. Die Lage sei relativ lange unklar gewesen. "Als die Pegel zurückgegangen sind, waren 20 Feuerwehren im Einsatz. Die Straßen wurden gereinigt, einige Keller ausgepumpt." Vereinzelt gebe es heute, Samstag, noch ein paar Dinge, die aufzuarbeiten seien.

Neben den zahlreichen überfluteten Straßen und Kellern musste die Feuerwehr in Pinkafeld auch zu einem Brand eines Wirtschaftsgebäudes im Stadtgebiet ausrücken. Hier hatte laut Ulreich ein Blitz eingeschlagen.

Wie schon an den Tagen zuvor standen in manchen Gegenden in der Steiermark und in Kärnten Straßen, Gärten und Keller unter Wasser. In Kärnten waren vor allem die Bezirke St. Veit und Wolfsberg betroffen, in der Steiermark war es der Osten des Landes. Die Feuerwehren im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld hatten es mit überschwemmten Straßen, über die Ufer tretenden Bächen, gefluteten Kellern und Murenabgängen zu tun. Teilweise waren innerhalb von zwei Stunden bis zu 95 Liter Regen pro Quadratmeter niedergegangen. Eine Autolenkerin war von den Wassermassen überrascht worden und konnte sich nicht mehr aus ihrem Fahrzeug befreien. Sie wurde von Feuerwehrleuten geborgen. "Die punktuell starken Regenfälle forderten uns sehr", sagte Bereichsfeuerwehrkommandant Thomas Gruber in einer Aussendung. Die ÖBB-Strecke Friedberg-Pinkafeld musste wegen Beschädigungen gesperrt werden.

In St. Andrä im Lavanttal wurden laut Polizei nicht nur 21 Wohnhaus-Keller sondern auch die Volksschule St. Ulrich verschlammt. Ob am Montag dort unterrichtet werden kann, war zunächst unklar. Im Görtschitztal musste die Bundesstraße (B92) immer wieder kurzzeitig wegen Muren und Überflutungen gesperrt werden. Auch eine Gleisanlage wurde von Geröll verlegt. Der Fladnitzweg in Klein St. Paul wurde wegen umgestürzter Bäume unpassierbar. Mehrere Keller und das örtliche Kulturhaus wurden überschwemmt.

In Reichenfels traten mehrere Bäche über die Ufer. Über abschüssige Wiesen floss das viele Regenwasser in Strömen ab. Auch hier wurden einige Keller geflutet und Straßen vermurt.

Quelle: APA

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