Österreich

So helfen die Österreicherinnen und Österreicher in Zeiten der Krise

Gassi gehen, Mittagessen kochen, einen Brief zur Post bringen oder tröstende Worte: Viele Menschen benötigen in dieser Zeit Hilfe, vor allem ältere Menschen. In Österreich entstehen immer mehr Hilfsangebote von Freiwilligen oder auch über öffentliche Einrichtungen.

Die Caritas hat eine Kampagne ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für notwendige Nachbarschaftshilfe zu schaffen. Österreicherinnen und Österreicher sollen jenen zur Seite stehen, die selbst nicht vor die Tür gehen können, weil sie krank, pflegebedürftig oder verängstigt seien, hieß es. Man solle nicht warten, bis jemand um Hilfe bitte. Viele Maßnahmen seien möglich, ohne direkten Kontakt zu anderen zu haben, wurde betont. Es gehe darum, gute Beispiele vor den Vorhang zu holen und zu zeigen, wie Hilfe möglich sein könne, hieß es seitens der Caritas am Dienstag. Auf der Homepage der Organisation kann man etwa Aushänge für das Stiegenhaus oder Flyer herunterladen, um selbst Hilfe in der Umgebung zu starten, zudem finden sich dort bereits bestehende Hilfsangebote.

Aber auch viele Privatpersonen oder Vereine finden sich derzeit in sozialen Netzwerken zusammen, um Hilfe anzubieten. Auf Facebook sammeln sich unterschiedlichste Angebote beispielsweise in der Gruppe "Corona Nachbarschaftshilfe Tirol - Wir unterstützen Euch!". So beantwortet eine Sozialarbeiterin Fragen zu Mindestsicherung oder Pflegegeld, eine Physikerin gibt kostenlose Mathematiknachhilfe auf YouTube und eine psychologische Beraterin bietet ihre Hilfe per Telefon an, um nur einige zu nennen.

Auch viele Kommunen stellen Unterstützung zur Verfügung, vor allem für Seniorinnen und Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen, die zur Hauptrisikogruppe zählen. In der Stadt Salzburg heißt es etwa "Salzburg gehört zusammen", angeboten wird eine Telefonhotline für ältere Menschen. Diese können sich dort melden, wenn sie Unterstützung im Alltag brauchen, z. B. Besorgung von Lebensmitteln oder Medikamenten. Seit Montag hat die Hotline bereits mehr als 50 Anrufe verzeichnet, wie die Stadt am Dienstag meldete.

Wieder im Einsatz ist auch das vom ORF-Radiosender Ö3 bereits 2007 ins Leben gerufene "Team Österreich". So unterstützen derzeit rund 200 Mitglieder die Coronavirus-Infohotline der AGES, auch Versorgungsdienste werden angeboten.

Umgekehrt sind aber auch Organisationen auf der Suche nach Freiwilligen, damit Risikopatienten und Randgruppen gut versorgt werden können. So suchten beispielsweise die VinziWerke in Wien und Graz nach jungen Ehrenamtlichen für die Versorgung von Obdachlosen in den Notschlafstellen. Viele der dort tätigen Freiwilligen seien in höherem Alter und daher auch gefährdet. Und gerade in Wien ruft die Caritas dazu auf, sich zu melden, um bei wichtigen Hilfstätigkeiten zu unterstützen.

"Salzburg gehört zusammen": Das Servicetelefon ist wochentags von 7 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 9 bis 20 Uhr erreichbar unter: 0662/8072-3240.
Kampagne der Caritas unter: www.caritas.at
Team Österreich: Im Internet unter oe3.orf.at/teamoesterreich oder unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 600 600.
Vinzi Werke: www.vinzi.at In Graz und Wien wird Hilfe gesucht: Graz: vinzihaus@vinzi.at oder 0676 / 94 30 378. In Wien: vinziwerke.wien@vinzi.at oder 0676 / 87 42 31 10

Aufgerufen am 09.12.2021 um 04:49 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/so-helfen-die-oesterreicherinnen-und-oesterreicher-in-zeiten-der-krise-85000246

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