Österreich

Software-Update sorgt für Probleme bei der Polizei

Die österreichische Polizei kämpft seit knapp zwei Wochen mit Computerproblemen. Am 18. Jänner gab es ein Software-Update, seither gab es zahlreiche Systemabstürze, für Wartungsarbeiten musste das Programm bereits zwei Mal heruntergefahren werden. Sogar Verhöre wurden unterbrochen, Akten gehen verspätet an die Justiz, berichtete der "Kurier".

Seit einem Software-Update gas es zahlreiche Systemabstürze SN/APA (Archiv/Gindl)/BARBARA GINDL
Seit einem Software-Update gas es zahlreiche Systemabstürze

Mit dem "PAD-System" (Protokollieren-Anzeigen-Daten) protokolliert die Polizei Anzeigen und Vernehmungen. Neben den laut Beamten "ununterbrochenen Systemabstürzen" funktionieren die Suchfunktionen seit der Umstellung schlecht oder gar nicht, das gleiche gilt für das Formularwesen. "Es ist unübersichtlich, unlogisch, ungängig, benutzerfeindlich und derzeit sehr bürgerunfreundlich", berichtete ein steirischer Polizist.

"Es gab zu wenig Schulungen, der Abstand zur Umsetzung war zu groß, die technischen Abstürze häufen sich", sagte Polizeigewerkschafter Hermann Greylinger (FSG) der APA. Von einer "modernen Polizei", wie sie im Regierungsprogramm stehe, sei man damit "weit entfernt".

"Wenn man Parteien vor sich hat und das System spinnt, ist das der Wahnsinn", sagte Greylinger. Dann entstehe für Bürger das Bild "vom Beamten, der sich nicht auskennt". Kritik äußerte der Gewerkschafter auch an den zuvor erfolgten Schulung, schon dabei sei es "dauernd zu Systemabstürzen gekommen". Es ist nicht verständlich, "wie man solche Dinge verbreitet und dann der Endanwender wieder als Beta-User oder Tester fungiert", kritisierte ein Tiroler Polizist.

Das Innenministerium versicherte gegenüber dem "Kurier", dass man die größten technischen Probleme mittlerweile im Griff habe. "Aktuell sind 90 Prozent Anwenderprobleme und nur noch zehn Prozent technischer Natur", sagte Projektleiter Jürgen Doleschal der Tageszeitung. Dies sorgt für besonderen Ärger unter den Polizisten. "Die Behauptung, dass die Endanwender schuld sind, ist schlichtweg eine Frechheit", kritisierte ein Kärntner Beamter. Die Politik solle sich zuerst um "gescheite Technik, dann gescheite Unterkünfte und erst dann um Pferdeställe kümmern", sagte Greylinger.

Quelle: APA

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