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Spielplatz: Mehr Unfälle, weil Eltern vom Handy abgelenkt sind

Schon wenige Sekunden reichen aus, um eine gefährliche Situation zu übersehen. In neun von zehn Fällen waren Eltern durch ihr Smartphone abgelenkt.

Spielplatz: Mehr Unfälle, weil Eltern vom Handy abgelenkt sind SN/Robert Ratzer
Symbolbild.

Es sind Zahlen, die nachdenklich machen: In den ersten neun Monaten des Jahres 2016 verunfallten auf heimischen Spielplätzen 14.400 Kinder - um 800 mehr als im gesamten Jahr 2015. Was das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) in diesem Zusammenhang noch herausgefunden hat, ist aber weit bedenklicher: Denn in neun von zehn Fällen war die Aufsichtsperson durch das Hantieren mit dem Smartphone abgelenkt.

Dieses ernüchternde Ergebnis lieferte eine Beobachtung von 400 Aufsichtspersonen auf Kinderspielplätzen in Kärnten, Niederösterreich, Vorarlberg, Salzburg und Wien. Am häufigsten (42 Prozent) sorgte das Abschicken von Textnachrichten bzw. das Surfen im Internet für Unachtsamkeiten, gefolgt von Telefonieren.

"Schon wenige Sekunden der Unachtsamkeit reichen aus"

"Unfälle haben ein zentrales Merkmal: Sie ereignen sich plötzlich und ohne Vorwarnung. Schon wenige Sekunden der Unachtsamkeit reichen aus, um einen drohenden Sturz von der Schaukel oder das Einklemmen von Fingern auf der Wippe nicht rechtzeitig erkennen zu können", appelliert KfV-Direktor Othmar Thann an Eltern & Co. Ein weiterer Beleg, warum Experten gerade Smartphones als Hauptursache für Unaufmerksamkeit sehen: Im Zeitraum von 2008 bis 2015, also gerade in jener Zeitspanne, in der die Smartphones ihren globalen Siegeszug angetreten haben, hat sich die Anzahl der Unfälle auf Spielplätzen von Kindern unter zehn Jahren mehr als verdoppelt, bei den Kindern unter fünf Jahren stieg die Unfallzahl sogar um das Dreifache.

Eltern sind die Gefahren meist nicht bewusst

Im Rahmen einer KfV-Umfrage stellte sich heraus, dass Eltern sich der Gefahren meist nicht bewusst sind. Nur in einem von fünf Fällen gaben sie an, sich oft durch das Smartphone abgelenkt zu fühlen. Immerhin ein Drittel fühlte sich manchmal abgelenkt.

Thann: "Kinder können Gefahren oft nicht richtig einschätzen, denken anders als Erwachsene. Umso wichtiger ist, dass Aufsichtspersonen die Kleinen vor Gefahren schützen."

Quelle: SN-Trö

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