Österreich

Studie zeigt: Österreicher sind Familienmenschen

Nicht gutes Aussehen, beruflicher Erfolg oder Aufstiegschancen des Partners machen uns am Ende des Tages glücklich, zeigt eine neue Studie zum Thema Partnerschaft.

Studie zeigt: Österreicher sind Familienmenschen SN/fotolia
Studie zeigt: Österreicher sind Familienmenschen (Symbolbild).

"Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich, dass die Familie für den Partner an erster Stelle steht und ausreichend Zeit füreinander übrigbleibt. Das liegt vor allem Frauen und Personen, die in einer Partnerschaft leben, am Herzen", kommentiert Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com, das Ergebnis einer Studie, die im Februar europaweit durchgeführt wurde. Mit 38,2% etwas abgeschlagen ist die Erwerbstätigkeit des Partners von Bedeutung. Faktoren, wie der berufliche Erfolg (16,7%), gutes Aussehen (14,5%) oder das Ausbildungs- und Einkommensniveau (14,5% bzw. 9,5%) nehmen in einer Beziehung hingegen nur eine Nebenrolle ein. Hier unterscheiden sich die Meinungen in den einzelnen Ländern bei der europaweit angelegten Studie nur geringfügig. Einzig in Bulgarien scheint diesen Kriterien ein höherer Stellenwert beigemessen zu werden.

Was uns bei unserem Partner wichtig ist Österreicher verlassen selten ihr Land für den Partner

Doch was wäre man nun bereit für seinen Traumpartner zu tun? Rund ein Viertel würde seinen Wohnort innerhalb des eigenen Landes wechseln, 2 von 10 würden für die Liebe sogar in ein anderes Land ziehen. Während das vor allem für Bulgaren und Serben eine Option darstellt, können sich Österreicher und Deutsche eher weniger vorstellen, ihren Wohnort ihrem Traummann bzw. ihrer Traumfrau zuliebe zu verlassen. Ganz allgemein zeigt sich, dass die Bereitschaft mit zunehmendem Alter abnimmt. Erstaunlich dabei: Personen, die aktuell einen Partner an ihrer Seite haben, wären eher gewillt, eine solche Veränderung der Liebe wegen vorzunehmen.

Was uns im Beruf wichtig ist

Es sind weniger klassische Faktoren wie Erfolg, hohe Aufstiegschancen oder das Streben nach einem hohen Verantwortungsbereich, weshalb wir uns für einen bestimmten Job entscheiden. Vielmehr tragen ein positives Betriebsklima (62,0%), ein gutes Einkommen (58,2%) sowie das Interesse am Tätigkeitsfeld (53,6%) in erster Linie zur beruflichen Erfüllung bei. Die Freude an der Arbeit steht dabei besonders für die Österreicher im Vordergrund, in Kroatien und Slowenien zählen vor allem das positive Arbeitsklima sowie ein attraktiver Verdienst. Nicht zu vernachlässigen ist für 44,6% dabei aber auch der Einklang zwischen Berufs- und Privatleben, besonders für die Befragten in Kroatien.

Während die Bereitschaft, den Wohnort innerhalb des eigenen Landes zu wechseln, für den Traumpartner bei 25,9% lag, können sich 19,2% vorstellen, dieses Opfer für Ihren Traumjob zu bringen. Interessantes Detail am Rande: Herr und Frau Österreicher sind im Ländervergleich am wenigsten bereit, ihren Wohnort für den Beruf zu verlassen. Als aufgeschlossener entpuppen sich hier vor allem Serben (39%) und Kroaten (30%).

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als tägliche Herausforderung

Wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und dem Berufsalltag geht, sind sich die Befragten quer über alle Länder einig: 61,5% ist ein harmonisches Zusammenspiel sehr wichtig, 28,0% eher wichtig. Das trifft vor allem auf Personen zu, die bereits Kinder haben. In der Realität zeigt sich jedoch oft ein anderes Bild. Darauf angesprochen, inwieweit sich die beiden Lebensbereiche für Eltern tatsächlich miteinander verbinden lassen, sprachen nur noch 31,9% von einer sehr guten Vereinbarkeit, während 44,6% nur eher gut in der Lage sind, Familie und Job gerecht werden. "In Österreich sehen wir uns in der glücklichen Lage, dass es rund 4 von 10 Befragten sehr gut möglich ist, die tägliche Herausforderung von Kind und Berufsalltag erfolgreich zu meistern. Wirft man einen Blick zu unseren deutschen Nachbarn, ist es hingegen nur noch ein Viertel", zieht Thomas Schwabl Bilanz. Noch schwieriger gestaltet sich die Work-Life-Balance für berufstätige Eltern in Slowenien (23,0%), Tschechien (22,8%) und Ungarn (16,3%).

Spannend wird es beim klischeebehafteten Thema, ob Vollzeit berufstätige Frauen bzw. Männer gute Eltern sein können. 51,8% schreiben vollbeschäftigten Frauen sehr gute Mutterqualitäten zu. Damit traut man es dem weiblichen Geschlecht weniger zu als Männern, die von 62,6% trotz Berufstätigkeit "auf jeden Fall" als gute Väter bezeichnet werden. Skepsis am guten Elterndasein erwerbstätiger Frauen und Männer herrscht vor allem in Russland und Deutschland, in Rumänien und Kroatien ist man hingegen zuversichtlich, die Familie und das Arbeitsleben erfolgreich unter einen Hut zu bringen.

Aufgerufen am 16.11.2018 um 12:38 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/studie-zeigt-oesterreicher-sind-familienmenschen-967051

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