Österreich

Sturz in Güllegrube: Fünf Monate bedingt für oö. Landwirt

Nachdem eine 80-Jährige im September in Frankenburg (Bezirk Vöcklabruck) in eine Güllegrube gestürzt und ertrunken war, hat das Landesgericht Wels den Grundstücksbesitzer am Dienstag wegen fahrlässiger Tötung nicht rechtskräftig zu fünf Monaten bedingt verurteilt. Die Frau hatte sich beim Holunderpflücken auf die Schachtabdeckung, eine 40 Jahre alte Wellplatte, gestellt und war eingebrochen.

Das Grundstück, ein abgelegener und aufgelassener Bauernhof, ist nicht eingezäunt. Die Güllegrube war mit einer Wellplatte abgedeckt. Der Grundbesitzer, ein pensionierter Landwirt, rechtfertigte sich, dass er die Sicherung für ausreichend gehalten habe und, dass sich außer ihm praktisch nie jemand auf dem Anwesen aufhalte. Allerdings räumte er ein, dass die 80-Jährige wenige Tage vor ihrem Tod bei ihm gewesen sei und gefragt habe, ob sie Holunder pflücken darf. Er habe es ihr erlaubt und ihr sogar geholfen. Am Tag des Unfalls war er aber nicht zu Hause.

Richter Wolfgang Brandmair beauftragte nach dem Prozessstart im November einen Gutachter. Dessen Recherchen ergaben, dass die Wellplatte bereits 40 Jahre alt ist. Aber auch eine neuwertige wäre keinesfalls als Schachtabdeckung geeignet gewesen, führte der Experte aus, denn man hätte nicht daraufsteigen dürfen.

Der Staatsanwalt beantragte daraufhin eine Verurteilung wegen grob fahrlässiger Tötung, die Verteidigung wollte einen Freispruch. Brandmair sprach den Angeklagten wegen einfacher fahrlässiger Tötung schuldig und verurteilte ihn zu fünf Monaten bedingt. "Es ist ein tragischer Unfall, den Sie da verursacht haben", sagte er zu dem Pensionisten, der das Urteil aber nicht annehmen will. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Damit ist der Spruch nicht rechtskräftig.

Quelle: APA

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