Österreich

Trockenheit verursachte bereits 86 Brände in Kärnten

Die extreme Trockenheit hat seit Jahresbeginn in Kärnten bereits zu 86 Brandereignissen geführt. Der Großteil davon waren kleinere Flächen- und Wiesenbrände, die rasch unter Kontrolle gebracht werden konnten. Aber auch größere Flurbrände, die Dutzende Feuerwehren forderten, waren bereits dabei. Seit Mittwoch gilt in allen Kärntner Bezirken ein absolutes Feuerverbot im Wald, sagte Martin Sticker, Pressesprecher des Kärntner Landesfeuerwehrverbandes im Gespräch mit der APA.

Elf Feuerwehren rückten Mitte März zu einem Waldbrand bei Mühldorf aus SN/APA/FF MÖLLBRÜCKE/UNBEKANNT
Elf Feuerwehren rückten Mitte März zu einem Waldbrand bei Mühldorf aus

Erst Donnerstagfrüh hat die anhaltende Trockenheit zu einem weiteren Wiesenbrand geführt. In Mühldorf (Bezirk Spittal) bemerkte eine aufmerksame Anrainerin gegen 4.30 Uhr ein Feuer im Bereich der dortigen Bahngleise. Dieses dürfte durch den Funkenflug eines Zugs ausgelöst worden sein. Rund 50 Quadratmeter Bahnböschung brannten. 20 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Mühldorf und Kolbnitz rückten zum Löscheinsatz aus, berichtete die Polizei in einer Aussendung. Die Bahnanlage blieb unbeschädigt.

Im und in der Nähe des Waldes ist das Rauchen und jegliches Feuerentzünden mittlerweile in allen Bezirken untersagt. Hochgerechnet gab es seit Jahresbeginn jeden Tag mindestens einen durch Trockenheit verursachten Brand, zuletzt waren es teils mehrere täglich. Regelmäßig müssen die Feuerwehrkräfte zu Flächenbränden ausrücken.

Sticker appellierte an die Bevölkerung, gerade im Waldbereich und in der Nähe auf keinen Fall zu Rauchen und sehr behutsam mit offenem Licht umzugehen. Auch sollen beispielsweise keine Glasflaschen weggeschmissen werden. "Durch die Sonneneinstrahlung kann sich in den trockenen Wiesen Gras entzünden", warnte Sticker. Wer gegen das Feuerverbot verstößt und beispielsweise eine brennende Zigarette wegwirft, dem drohen bis zu 7.270 Euro Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu vier Wochen.

Die extreme Trockenheit hält in Kärnten bereits seit Wochen an. So hat es etwa in Klagenfurt im März überhaupt noch gar nicht geregnet. In Randbereichen in Kärnten ist noch ausreichend Schnee vorhanden, um Brände zu verhindern. "Auf der Nordseite Kärntens, wo heuer schon von Anfang an wenig Schnee war, ist es derzeit extrem gefährlich", warnte der Feuerwehrsprecher. "Auch der derzeit täglich wehende Wind ist nicht förderlich und trocknet den Boden aus", sagte Sticker. Entzündet sich ein Feuer, wirkt der Wind als Brandbeschleuniger. "Man muss derzeit wirklich Vorsicht walten lassen", riet Sticker.

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