Österreich

Trojaner-Welle bedroht Firmen

Auch das Innenministerium warnt vor der Schadsoftware Emotet.

Der Trojaner Emotet – beziehungsweise dessen vielen neuen Varianten – bereitet Unternehmen und Behörden Probleme, auch in Österreich.  SN/APA (dpa/Symbolbild)/Felix KŠst
Der Trojaner Emotet – beziehungsweise dessen vielen neuen Varianten – bereitet Unternehmen und Behörden Probleme, auch in Österreich.

Seit mehr als drei Wochen ist das höchste Gericht Berlins nur mehr per Post, Fax, oder Telefon erreichbar. Denn das Kammergericht wurde Opfer einer gefährlichen Schadsoftware. Der Trojaner Emotet - beziehungsweise dessen vielen neuen Varianten - bereitet Unternehmen und Behörden Probleme, auch in Österreich. Das Bundeskriminalamt verzeichnet derzeit eine Häufung von Vorfällen, die mit Emotet in Zusammenhang stehen. "Nach einigen Monaten Pause muss derzeit wieder von einer erhöhten Gefährdungslage ausgegangen werden", sagt Philipp Blauensteiner, Leiter des Cyber Security Center im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung.

Emotet wird seitens des Innenministeriums (BMI) als besonders gefährlich eingestuft, da der Trojaner Schadsoftware in großer Menge verteilt. Das Perfide: Emotet-Mails tarnen sich als Nachrichten von Personen, mit denen ein Unternehmen tatsächlich in Kontakt steht. Der Absender scheint somit vertrauenswürdig. Gefährdet sind - neben Privatpersonen - Unternehmen aller Größenordnungen. Laut BMI wurden einige Firmen bereits Opfer des Verschlüsselungstrojaners. Die Hacker forderten anschließend Bitcoins im Gegenwert von mehreren Mill. Euro an "Lösegeld". In vielen Fällen wurde auch bezahlt. "Cyberbedrohungen sind nicht nur ,virtuell', sie sind real. Angriffe auf Unternehmen können weitreichende Ausfälle verursachen und existenzbedrohend sein. Es ist notwendig, dass sich Unternehmen dieser Gefahr bewusst sind und entsprechende Maßnahmen ergreifen", sagt Blauensteiner. Laut einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG waren 66 Prozent der heimischen Unternehmen im letzten Jahr Opfer eines Cyberangriffs.
Veranstaltung:Mehr Informationen zu aktuellen Cyber-Bedrohungsszenarien: Montag, 28. Oktober von 14 bis 17.30 Uhr im SN-Saal (Karolingerstraße), veranstaltet von der IV Salzburg, Greco, Euler Hermes und KPMG.

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