Österreich

Unbekannte räumen Bankschließfächer in NÖ und Wien leer

Der Fall um geknackte und leer geräumte Bankschließfächer weitet sich aus. Zunächst hatte die Polizei von zwei betroffenen Banken in Mödling und Klosterneuburg (Bezirk Tulln) gesprochen. Nun wurde bekannt, dass auch ein Geldinstitut in Wien-Döbling zum Tatort geworden ist. Die Täter konnten unerkannt flüchten. Sie dürften mehrere Sicherheitssperren überlistet haben. Die Schadenshöhe ist vorerst unklar.

Zugetragen haben sich die Taten offenbar Mitte November. Wie es den Tätern jeweils gelungen ist, die höchsten Sicherheitsstandards zu knacken, dazu gab es weder von der Polizei noch von den betroffenen Instituten Angaben. Die Banken haben sofort die Polizei eingeschaltet. Um die auf Hochtouren laufenden Ermittlungen nicht zu gefährden, wollten sie keine weiteren Details kommunizieren. Es sollen bestimmte Safe-Varianten, konkret 24-Stunden-Safes, betroffen gewesen sein.

Am Freitag wurde von einer Raiffeisen-Sprecherin bestätigt, dass Niederlassungen der Gruppe betroffen waren - und zwar die Raiffeisen Regionalbank in Mödling und eine Raiffeisen-Filiale in der Wiener Muthgasse. In der Bank Austria ging es um Safeboxen der Schließfachanlage der Filiale Klosterneuburg. Alle betroffenen Kunden der beiden Bankinstitute seien direkt kontaktiert worden, sie waren auch schon in ihren Banken, teilten die Institute am Nachmittag auf APA-Nachfrage mit.

Dort ging es um die Schadensfeststellung nach diesem Diebstahl, der auch nach Angaben der Banker eine neuartige kriminelle Dimension hat. Zur Höhe der Schäden und zur Zahl der betroffenen Kunden wurden keine Angaben gemacht. Welche Werte in Banksafes verwahrt sind, darüber wissen die Banken selbst nicht Bescheid.

Mit dem Safe-Mietvertrag wird in einem Standard-Vertrag eine nach Instituten unterschiedliche Versicherungssumme von im Schnitt einigen tausend Euro vereinbart. Die kann aber in der Beratung individuell festgesetzt und durch Zusatzversicherung erhöht werden. In ihre Sicherheitssysteme haben die Banken in den vergangenen Jahren hohe Summen investiert.

Bei der Polizei war davon die Rede, dass elektronische Sperren, die den Zugang zu der betreffenden Räumlichkeit, den Saferaum, sicherten, überbrückt worden sein dürften. Wie genau die Kriminellen dabei vorgingen, sei noch unklar, sagte Polizeisprecher Marco Jammer auf APA-Anfrage.

Zuerst publik geworden war der Vorfall in der Mödlinger Bank. Unbekannte waren dort in den gesicherten Bereich des Safe-Raums eingedrungen. Es sollen technische Sperren überwunden worden sein, von einem gewaltsamen Aufbrechen war nicht die Rede.

Hinsichtlich der Schadenshöhe waren am Freitag nur Spekulationen möglich. Der "Kurier" berichtete von einem Millionencoup. Eine Sprecherin von einer der betroffenen Banken sagte dem ORF Niederösterreich, dass aus "derzeitiger Sicht nur einige wenige Schließfächer betroffen" seien. Sie betonte außerdem, dass ein "mehrstufiges, modernes System" vorliege und die Sicherheitsvorkehrungen hoch seien. Üblicherweise würden Schmuck, Wertgegenstände oder Dokumente deponiert.

Zu den Ersten, denen das Fehlen von Habseligkeiten aufgefallen war, gehörte laut "Kurier" am Mittwochabend ein Unternehmer aus dem Bezirk Mödling. Der Mann wollte in der Bank in der niederösterreichischen Bezirkshauptstadt Münzen in den Banksafe legen. "Ich habe das Schließfach angefordert, wie immer. Aber es war leer", wurde er zitiert.

Quelle: APA

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