Österreich

Unglückliche Beziehung als Risikofaktor für Suizid

Eine Beziehung schützt nicht unbedingt per se vor Suizidgedanken. Die stärksten Risikofaktoren, so das Ergebnis einer Studie, die im Magazin "Crisis" veröffentlicht wurde, zeigen Menschen, die in ihrer Beziehung unglücklich sind. Singles haben ein vergleichsweise geringeres Risiko.

Für die Allgemeinbevölkerung jungen und mittleren Alters gilt, dass, insbesondere wer in einer glücklichen Beziehung lebt, ein geringes Risiko für Suizidgedanken hat. Das betonten die beteiligten Forscher vom Institut für Sozialmedizin am Zentrum für Public Health der MedUni Wien und vom Institut für Psychologische Grundlagenforschung und Forschungsmethoden an der Fakultät für Psychologie der Universität Wien anlässlich des bevorstehenden Weltsuizidpräventionstags am 10. September.

"Bisherige Daten zeigen klar, dass das Suizidrisiko einer Person geringer ist, wenn diese in einer Beziehung lebt. Die vorliegende Studie legt allerdings nahe, dass dabei auch entscheidend ist, inwieweit man zufrieden mit der Beziehung ist", sagte Benedikt Till von der MedUni Wien. In der Allgemeinbevölkerung mittleren Alters haben eher Menschen, die in einer bestehenden Beziehung unglücklich sind und in der es ungelöste Konflikte gibt, Suizidgedanken. Am geringsten ist das Risiko für Personen, die in einer glücklichen Beziehung leben. Für die Studie wurden 382 Menschen in Österreich befragt.

Je größer die Anzahl der ungelösten Konflikte in einer Beziehung, desto manifestierter sind die Suizidgedanken, das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Depression. Unter dem Punkt "ungelöster Konflikt" bzw. "es wird über diesen Konflikt überhaupt nicht gesprochen" wurden am häufigsten folgende Themen genannt: Temperament des Partners (19,9 Prozent), Kommunikation (17,4 Prozent), persönliche (schlechte) Gewohnheiten (17,3 Prozent), Sexualität (16,0 Prozent) und Arbeit im Haushalt (15,5 Prozent).

Quelle: APA

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