Österreich

Vals: Notweg nach Felssturz bleibt offen, noch keine Entwarnung

Nach dem gewaltigen Felssturz in Vals in Tirol hat sich die Lage im Verlauf des Donnerstags vorerst relativ unverändert dargestellt. Der Berg sei nach wie vor in Bewegung, wenngleich sich nicht mehr die "große Masse" an Gesteinsmaterial gelöst habe, sagte Bürgermeister Klaus Ungerank der APA. Der errichtete Notweg ins Tal könne jedenfalls offen bleiben.

Landesgeologe: "95 Prozent ist herunten" SN/APA (ZEITUNGSFOTO.AT)
Landesgeologe: "95 Prozent ist herunten"

Es habe zwar rund 20 Zentimeter an Neuschnee gegeben, dies sei aber für die provisorische Fahrbahn "kein Problem", so der Bürgermeister. Auch in punkto Lawinengefahr - der Forstweg wird von zwei Lawinenstrichen gekreuzt - sah der Ortschef vorerst keinen Grund zur Sorge. Derzeit herrsche Lawinenwarnstufe 3, also erhebliche Gefahr, kritisch werde es aber erst ab Warnstufe 4, so Ungerank.

In dem vom Felssturz betroffenen Gebiet selbst orte man nach wie vor "dauernd Bewegung" im Berg. "Wir warten, bis der Berg eine Ruhe gibt", meinte der Bürgermeister nach einer Gespräch mit der zuständigen Landesgeologie.

Der weit überwiegende Teil des Gesteinsmaterials bereits abgelöst. "Das meiste ist herunten, ich würde sagen 95 Prozent. Aber es ist noch Felsmasse oben, die den Siedlungsraum erreichen kann", sagte Landesgeologe Gunther Heißel im Gespräch mit der APA. Größere Abbrüche seien "durchaus wahrscheinlich", so Heißel.

Aufräumungsarbeiten auf der Valser Landesstraße (L 230) stünden vorerst weiter nicht zur Debatte, verwies Ungerank auf die nach wie vor bestehende Gefahr. In dieser Woche heiße es jedenfalls einmal weiter zuwarten. Sobald man jedoch von den Geologen grünes Licht bekomme, werde man sich daran machen, die Landesstraße provisorisch wieder befahrbar zu machen.

Mittel- und langfristig werde dann wohl eine Verlegung der Landesstraße notwendig sein, erklärte der Bürgermeister. Bezüglich Schutzbauten gebe es mehrere Optionen - eine davon sei die Errichtung einer Galerie.

Der gewaltige Felssturz hatte die Landesstraße im Valsertal am Abend des 24. Dezembers bis zu 50 Meter hoch verschüttet. Personen kamen nicht zu Schaden, allerdings wurden mehrere Weiler der Gemeinde Vals von der Außenwelt abgeschnitten. Rund 150 Dorfbewohner waren bis zur Öffnung des Notweges eingeschlossen. Zudem mussten zahlreiche Häuser in der Gefahrenzone evakuiert werden. Nur wenige Minuten vor dem Felssturz hatten mehrere Kinder die Stelle auf dem Rückweg von der Christmette passiert. Bürgermeister Ungerank und Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) als Leiter des Krisenteams sprachen von einem "Weihnachtswunder".

(APA)

Aufgerufen am 22.01.2018 um 03:36 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/vals-notweg-nach-felssturz-bleibt-offen-noch-keine-entwarnung-22275775

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