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Van der Bellen traf vor UNO-Klima-Meeting Guterres

Bundespräsident Alexander Van der Bellen hat am Mittwoch vor dem UNO-Klimaschutz-Treffen in New York UN-Generalsekretär Antonio Guterres getroffen. Dieser sei "ein ernst zu nehmender Partner im Kampf gegen den Klimawandel", sagte Van der Bellen im Anschluss zu Journalisten. Der Bundespräsident hat Guterres auch zum R20 Summit nach Wien eingeladen.

Der R20 Austrian World Summit findet am 28. Mai statt. "Ich bin sehr optimistisch", sagte Van der Bellen zur Teilnahme des UN-Generalsekretärs. Der Bundespräsident nimmt am Donnerstag auf Einladung der Präsidentin der UNO-Generalversammlung, Maria Fernanda Espinosa Garces, beim Klimaschutz-Treffen "Climate and Sustainable Development for All" im UNO-Hauptquartier teil. Van der Bellen will in New York auch seine internationale Initiative für mehr Klimaambition ausweiten. Diese wird bereits von 18 weiteren Staats- und Regierungschefs unterstützt.

So stehen Mittwoch und Donnerstag auch Gespräche mit Staatsoberhäupter pazifischer und karibischer Staaten auf dem Programm. Van der Bellen will aus der im polnischen Katowice (COP24) im Dezember gestarteten Kampagne eine "globale Initiative" machen. So seien etwa pazifische Inseln hauptgefährdet durch den Anstieg des Meerwasserspiegels. "Da spielen 20 Zentimeter schon eine große Rolle, für die ist es eine existenzielle Frage", sagte Van der Bellen.

Der Bundespräsident sprach sich auch gegen den Begriff des Klimaschutzes aus. "Wir wollen ja nicht das Klima schützten, sondern uns Menschen vor den Folgen des Klimawandels", sagte er. "Wir sind die erste Generation, die erlebt, was Klimawandel bedeutet. Und wahrscheinlich die letzte Generation, die etwas ändern kann", betonte der Bundespräsident. Dies müsse zum "Wohl der Kinder und Kindeskinder" erfolgen. Dass der Klimawandel "mittlerweile nicht mehr zu beschönigend ist", zeige beispielsweise aktuell der Zyklon Idai in Mosambik. Insgesamt habe "die Häufigkeit von Zyklonen und anderen Wetterkapriolen zugenommen". Aber auch "die Wahrnehmung hat sich deutlich vertieft und das Verständnis für notwendige Maßnahmen", sagte Van der Bellen.

Der Bundespräsident traf sich Mittwochvormittag auch mit Jugendbotschaftern des Klima-Museums in New York. Sie waren - wie auch mehr als 20.000 Schüler und Studenten in Wien - anlässlich des "FridaysForFuture"-Aktionstags vor zwei Wochen auf die Straße gegangen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. "Gemeinsam ist ihnen das ernst zu nehmende Engagement, sie sind sich völlig im Klaren darüber, was für sie auf dem Spiel steht", sagte Van der Bellen. "Ich werde das Schlimmste nicht mehr erleben", konstatierte der Bundespräsident. Er tauschte sich mit den Jugendlichen über den Kampf gegen den Klimawandel aus. Diese fühlten sich "sehr geehrt", dass das Staatsoberhaupt bei ihnen zu Gast war. Jenny, einer der jungen Frauen, berichtete Van der Bellen beispielsweise vom gut funktionierenden Recycling-System in Österreich sowie vom "Sackerl fürs Gackerl" in Wien.

In den vergangenen Jahren, insbesondere seit dem Pariser Klimaabkommen von 2015, habe sich schon einiges verändert und die Sorge um die Zukunft des Planeten sei nun mehr verbreitet, sagte Van der Bellen. "Alle wissen, worauf sie zusteuern". Mit dem Klimaabkommen hat sich die internationale Gemeinschaft zur Begrenzung der Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter verpflichtet.

Quelle: APA

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