Österreich

Vater und Baby niedergefahren: Gaffer behinderten Notarzt

25 bis 30 Schaulustige, einige davon stark betrunken, haben am Mittwoch nach einem Verkehrsunfall in Linz die Arbeit des Notarztes behindert.

Symbolbild. SN/sn
Symbolbild.

Ein 35-jähriger Vater war von einem Auto niedergefahren worden, als er mit seinem zwei Monate alten Sohn in der Babyschale die Straße querte, berichtete die oberösterreichische Polizei.

Ein Autolenker hatte den Fußgänger übersehen. Nach eigenen Angaben wurde er von der tief stehenden Sonne geblendet. Der 35-Jährige wurde niedergestoßen und verletzt. Sein Sohn dürfte in der Babyschale so gut geschützt gewesen sein, dass er nach ersten Diagnosen unverletzt blieb.

Der Notarzt wollte den Vater an der Unfallstelle versorgen, wurde dabei aber von einer Gruppe von Schaulustigen behindert. Erst als die Polizei mit mehreren Streifen anrückte, konnte er seiner Arbeit nachgehen. Der verletzte 35-Jährige wurde ins Unfallkrankenhaus Linz eingeliefert, der Säugling zur Kontrolle in den Med Campus IV gebracht.



Gaffer fotografierten sterbende 19-Jährige

Erst vor wenigen Tagen hatte es in Wien einen gleichfalls skandalösen Vorfall gegeben: Am Montag wurde eine 19-jährige Fußgängerin in Rudolfsheim-Fünfhaus an einer ampelgeregelten Kreuzung von einem Lkw überrollt. Die Frau wollte die Fahrbahn der Hütteldorfer Straße überqueren, als sie von dem rechts auf den Gürtel einbiegenden Schwerfahrzeug erfasst wurde.

Zahlreiche Schaulustige versuchten ungeniert, mit Handys die sterbende 19-Jährige zu filmen und fotografieren. Die Einsatzkräfte mussten die Unfallstelle großräumig absperren. Für die junge Frau kam jedoch jede Hilfe zu spät. Sie erlag noch am Ort des Geschehens ihren schweren Verletzungen.

Video: Feuerwehr plant Anti-Gaffer-Maßnahmen

Quelle: APA

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