Österreich

Verhaltensforscher Irenäus Eibl-Eibesfeldt gestorben

Der österreichische Verhaltensforscher und Begründer der Humanethologie Irenäus Eibl-Eibesfeldt ist tot. Der Wissenschafter starb am Samstag im Kreise seiner Familie 89-jährig in Starnberg (Bayern), wie die APA aus dem engsten Freundeskreis erfuhr. Eibl-Eibesfeldt wäre am 15. Juni 90 Jahre alt geworden. Er war nach einem Sturz seit kurzem bettlägerig und hat sich davon nicht mehr erholt.

Irenäus Eibl-Eibesfeldt starb 89-jährig in Bayern SN/APA/ROBERT JAEGER
Irenäus Eibl-Eibesfeldt starb 89-jährig in Bayern

Eibl-Eibesfeldt, am 15. Juni 1928 in Wien geboren, studierte Zoologie, arbeitete mit Otto Koenig, Konrad Lorenz und Hans Hass. Mit dem Tauch-Pionier Hass nahm er an dessen meeresbiologischen "Xarifa"-Expeditionen u.a. zu den Galapagos-Inseln teil, für deren Schutz er sich schon früh einsetzte. Aus seiner tierethologischen Arbeit heraus wuchs sein Interesse am menschlichen Verhalten. Mit seinem Buch "Die Biologie des menschlichen Verhaltens" (1984) legte er den Grundstein für die Humanethologie als eigenständiges wissenschaftliches Fach.

In zahlreiche Forschungsreisen zu traditionellen Kulturen unter anderem zu den Yanomami in Venezuela, den San in Botswana und den Eipo in Neuguinea entwickelte er durch direkte Beobachtungen und Auswertungen ungestellter Filmaufnahmen u.a. seine Thesen über eine universale Grammatik des Sozialverhaltens, wurde dafür aber auch kritisiert und erhielt mit seinen Aussagen, etwa dass der Mensch seiner Natur nach tendenziell fremdenscheu sei, immer wieder Beifall "von der falschen Seite", wie er sagte.

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Quelle: APA

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