Österreich

Verleumdung führte zu Polizeigroßeinsatz in Innsbruck

Ein Aufsehen erregender Polizeigroßeinsatz am Samstag in Innsbruck hat sich als Resultat einer gezielten Verleumdung herausgestellt. In einer anonymen E-Mail an das Innenministerium war ein 29 Jahre alter Syrer beschuldigt worden, Kommandant einer IS-Zelle zu sein und einen Terroranschlag auf eine Veranstaltung in Innsbruck ausführen zu wollen.

Verleumdung führte zu Polizeigroßeinsatz in Innsbruck SN/APA/BARBARA GINDL
Anonymes Mail löste Großeinsatz aus.

Wie sich herausstellte, hatte ein 61-jähriger Österreicher die E-Mail mit der falschen Beschuldigung abgeschickt: "Vermutlich aus Eifersucht", wie die Polizei bekannt gab, "er habe verhindern wollen, dass seine 55-jährige Freundin den Syrer zu der in der E-Mail bezeichneten Veranstaltung begleitet." Dabei soll es sich um eine Theaterpremiere am Samstagabend in Innsbruck gehandelt haben.

Am Samstagnachmittag war der Syrer nach "umfangreichen und sehr schwieriger Ermittlungen des Landesamtes Verfassungsschutz Tirol" in Innsbruck bei einem Cobra-Einsatz festgenommen worden, so die Polizei weiter. Parallel hatten die Behörden nach dem Urheber der E-Mail geforscht und wurden in Rumänien fündig, wo sich der 61 Jahre alte Österreicher auf Urlaub befand. Nach anfänglichem Leugnen gestand er die Tat. Der junge Syrer, der mittlerweile bereits in den Sozialen Medien als Terrorist abgestempelt worden war, wurde von der Polizei umgehend freigelassen.

Auf den Urheber der Verleumdung wartet nun ein Rattenschwanz an Konsequenzen. Er wird nicht nur wegen Verleumdung und Vortäuschung einer gerichtlich strafbaren Handlung angezeigt, sondern auch für die Kosten des von ihm verursachten Polizeieinsatzes belangt werden.

Quelle: APA

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