Österreich

Viele Jahre nach Betrugsskandal beim Fußballklub GAK: Nur eine Ex-Buchhalterin steht jetzt vor Gericht

Nach dem Meistertitel 2004 schlitterte der Fußballverein GAK mehrmals in Konkurs. SN/apa
Nach dem Meistertitel 2004 schlitterte der Fußballverein GAK mehrmals in Konkurs.

Am Grazer Straflandesgericht wird in den Tagen vor Weihnachten ein dunkles Kapitel des Grazer Traditions-Fußballclubs GAK aufgeschlagen. Die Vorwürfe reichen rund 15 Jahre zurück, es geht um die Unterschlagung von Eintrittsgeldern, die dazu gedient haben soll, Schwarzgeld an Spieler auszahlen zu können. Das hatte es ja auch beim Stadtrivalen Sturm gegeben.

Der GAK wurde 2004 Meister, danach ging der 1902 gegründete Verein mehrfach in Konkurs und auch sportlich ging es bergab, der Spielbetrieb endete 2012. Ab 2013 erfolgte ein Neustart und seit 2019 spielt man wieder österreichweit in der 2. Bundesliga - die Kampfmannschaft überwintert auf Rang sechs.

In dem Fall wurde nicht weniger als 14 Jahre ermittelt. Übrig geblieben von den Vorwürfen gegen rund zwei Dutzend Personen, darunter gleich fünf Ex-Präsidenten (Harald Sükar, Peter Svetits, Rudi Roth, Stephan Sticher und Harald Fischl), ist nicht allzu viel. Letztlich blieb nur eine ehemalige Buchhalterin in den Fängen der Justiz hängen. Gegen alle anderen Personen wurden die Ermittlungen - zuerst wurden sie von der Staatsanwaltschaft Graz geführt, 2016 schließlich von der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft übernommen - eingestellt. War einst von einem möglichen Schaden von fast drei Millionen Euro die Rede, geht es ab Montag im Prozess um knapp eine Million Euro. Die Anklage wirft der Frau vor, Schwarzgeldzahlungen in der Größenordnung von 900.000 Euro durchgeführt zu haben, wodurch zu wenige Steuern abgeführt worden seien. Beim Betrugsvorwurf wird der Schaden mit etwas mehr als 50.000 Euro beziffert.

Der GAK-Prozess ist auf vier Tage anberaumt, ein Urteil könnte also knapp vor Weihnachten gesprochen werden. Als Zeugen sind unter anderem die drei Ex-Präsidenten Roth, Sticher und Fischl geladen. Ein anderer Ex-Präsident, der frühere McDonald's-Österreich-Chef Harald Sükar (58), befindet sich seit Kurzem in Privatkonkurs - eine Folge seiner Unternehmenspleite mit mehreren anderen Gastronomiebetrieben im Jahr 2011.

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