Österreich

Vier Jahre Haft für entlassenen "Lebenslangen"

Ein 64-Jähriger ist am Montag im Wiener Straflandesgericht zu vier Jahren Haft verurteilt worden, weil er Kokain-Schmuggelfahrten aus den Niederlanden unternommen und die Drogen in Wien in Verkehr gesetzt hatte.

Vier Jahre Haft für entlassenen "Lebenslangen" SN
Symbolbild: SN/Bilderbox

Der Mann war 1975 wegen eines Raubmords zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Bis 2003 saß der Mann durchgehend im Gefängnis, ehe ihm nach 28 Jahren Haft eine bedingte Entlassung gewährt wurde. Lange konnte er sich der wieder gefundenen Freiheit nicht erfreuen: Zur Bestreitung seines Lebensunterhalts ließ er sich in Suchtgift-Geschäfte verwickeln, wofür er im Oktober 2004 sechs Jahre ausfasste.

Als im Jahr 2009 die Gefängnistore neuerlich vorzeitig aufgingen, "war's nicht leicht. Meine Ehefrau ist kurz davor gestorben", erinnerte sich der Mann. Er lernte in dieser Situation einen jungen Südtiroler kennen, der in Wien mit Drogen handelte und schon mehrmals Kokain aus den Niederlanden ins Land geschafft hatte. Weil ihm das zu riskant erschien, fragte der Bursch den 64-Jährigen, ob er nicht an seiner Stelle die Fahrten unternehmen könnte.

Er habe bereitwillig eingewilligt, erklärte der Pensionist: "Ich reise gerne. Ich hab' mir gedacht 'Leiwand, der zahlt mir sogar Benzingeld!'. Ich hab' nicht gedacht, dass ich erwischt werde." Zudem begann der rüstige Rentner selbst regelmäßig Kokain zu nehmen: "Das war a gutes Gefühl. Ich hab' endlich wieder lachen können."

Darüber hinaus half der 64-Jährige einem Bekannten beim Einrichten einer illegalen Cannabis-Plantage, indem er diesen mit Lampen, Generatoren und sonstigen Utensilien belieferte. Im Frühjahr 2011 klickten für ihn dann wieder die Handschellen.

Der Senat schickte den 64-Jährigen am Ende nicht bis ans Lebensende zurück ins Gefängnis. Lediglich die offenen zwölf Monate muss er zusätzlich absitzen, da es sich dabei ebenfalls um eine Verurteilung nach dem Suchtmittelgesetz gehandelt hatte. Damit hat der Mann insgesamt fünf Jahre zu verbüßen, sollte das Urteil in Rechtskraft erwachsen. Der 64-Jährige erbat Bedenkzeit, der Staatsanwalt gab vorerst keine Erklärung ab.

Quelle: APA

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