Österreich

Vogelgrippe: Österreich weitet Vorbeugemaßnahmen aus

In Europa breitet sich seit November die "Vogelgrippe" durch das H5N8-Virus weiter aus. Die slowakischen und tschechischen Behörden haben in den vergangenen Tagen Fälle in der Nähe von Bratislava und Brünn bestätigt. Deshalb werden Anfang kommender Woche die Vorsorgemaßnahmen, die in Österreich bisher nur um betroffene Regionen galten, auf das gesamte Bundesgebiet ausgedehnt.

Bei 29 Wildvögeln wurde das Virus bisher nachgewiesen.  SN/APA/ROLAND SCHLAGER
Bei 29 Wildvögeln wurde das Virus bisher nachgewiesen.

Am Mittwoch fand im Gesundheitsministerium eine Besprechung mit den Vertretern aller Bundesländer, der Geflügelwirtschaft, des Landwirtschaftsministeriums, der Landwirtschaftskammer sowie der Österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) und der Veterinärmedizinischen Universität statt. Auf Basis der Analyse der aktuellen epidemiologischen Situation kam man überein, dass das gesamte Bundesgebiet als Gebiet mit erhöhtem Geflügelpestrisiko ausgewiesen werden soll.

Mit Unterzeichnung der geplanten Verordnung müssen die entsprechenden Biosicherheitsmaßnahmen getroffen werden: Unterbringung von Geflügel in geschlossenen Haltungseinrichtungen, die zumindest nach obenhin abgedeckt sind. Die Tränkung der Tiere darf nicht mit Wasser aus Sammelbecken für Oberflächenwasser erfolgen. Die Reinigung und Desinfektion von Beförderungsmitteln, Ladeplätzen und Gerätschaften muss besonders sorgfältig erfolgen. Bei Verdachtsmomenten ist sofort ein Tierarzt bzw. die Behörde zu verständigen.

In den vergangenen Monaten wurden in Europa insgesamt 398 Fälle bei Hausgeflügel und 351 Fälle bei Wildgeflügel behördlich festgestellt. Insgesamt sind bereits 18 Staaten betroffen.

Am Nationalen Referenzlabor für Aviäre Influenza am Institut für veterinärmedizinische Untersuchungen der AGES in Mödling wurden bisher 749 Proben von Wildvögeln und Hausgeflügel auf das H5N8-Virus untersucht: Bei 29 Wildvögeln (Brachvogel, Graureiher, Lachmöwe, Mäusebussard, Möwe, Reiherente, Schwan, Silbermöwe, Sturmmöwe, Tafelente, Waldwasserläufer, Haubentaucher; 23 Wildvögel im Bodenseegebiet, zwei in Salzburg, vier in Oberösterreich) bzw. in einem Putenbetrieb in Vorarlberg wurde das Virus nachgewiesen.

Im Südwesten Frankreichs müssen wegen der Vogelgrippe nun aber bis zu eine Million Enten und Gänse gekeult werden. Am Donnerstag begannen Züchter in 150 Gemeinden mit der Tötung der Vögel. Das französische Landwirtschaftsministerium hatte am Mittwoch die Anweisung gegeben, alle im Freien gehaltenen Enten und Gänse in diesen Kommunen zu keulen.

300.000 Tiere wurden dort wegen der Vogelgrippe seit Ende November bereits getötet. Die Vogelgrippe breitet sich seitdem jedoch immer weiter aus. Das Landwirtschaftsministerium hat bereits 89 Fälle bei Nutztieren gezählt. Um die weitere Ausbreitung zu stoppen, sollen die Züchter im Südwesten des Landes ihre Tiere nun töten. Landwirte kritisierten, die französische Regierung reagiere zu spät. Die Vogelgrippe ist ein schwerer Schlag für die Stopfleber-Branche in Frankreich. Der Züchterverband Cifog rechnet mit Verlusten in Höhe von bis zu 80 Millionen Euro.

Bisher sind weltweit keine Erkrankungsfälle von Menschen durch H5N8-Viren bekannt geworden. Daher handelt es sich ausschließlich um eine Tierseuche, welche alle Arten von Geflügel betreffen kann.

Quelle: APA

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