Österreich

Volksanwalt Kräuter fordert Impfpflicht gegen Masern

Volksanwalt Günther Kräuter hat am Samstag in einer Aussendung eine Einführung der Impfpflicht gegen Masern (Masern, Mumps, Röteln; MMR-Imfpung) in Kindergrippen, Kindergärten und Schulen gefordert. Dies sei angesichts der seit Jahresbeginn bereits aufgetretenen Erkrankungsfälle in Österreich gerechtfertigt. In diesem Jahr wurden schon mehr als 30 Erkrankungen registriert.

Volksanwalt Günther Kräuter.  SN/APA/GEORG HOCHMUTH
Volksanwalt Günther Kräuter.

Kräuter wurde so zitiert: "Die Aufrufe, Werbe- und Aufklärungskampagnen der Gesundheitspolitik führen nicht zum Ziel. Die Durchimpfungsrate sinkt, praktisch im gesamten Bundesgebiet sind in den letzten Tagen Masernfälle gemeldet worden. Zwar warnen die Behörden vor einer hochansteckenden Krankheit, die für Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene schwerwiegende Folgen haben kann, wirkungsvollen Maßnahmen werden aber nicht getroffen."

Laut dem nationalem Meldesystem wurden seit Jahresbeginn in sieben Bundesländern insgesamt 32 Erkrankungen gezählt. 2016 waren es etwas mehr als zwei Dutzend laut vorläufigen Zahlen.

Mit dieser "...und täglich grüßt das Murmeltier-Strategie" rücke das ohnehin längst verfehlte Ziel der Ausrottung der Masernkrankeit im Jahr 2015 durch eine 95 prozentige Durchimpfungsrate in immer weitere Ferne, stellte der Volksanwalt fest. Sechs Prozent der Zwei- bis Fünfjährigen, das sind etwas mehr als 20.000 Kinder, sind derzeit in Österreich gar nicht gegen Masern geimpft. Etwa zehn Prozent aller geimpften Kinder sind kein zweites Mal geimpft. Das sind fast 39.000 Kleinkinder und mehr als 37.000 Schulkinder.

Kräuter sagte: "Die Volksanwaltschaft hat eine sehr sorgfältige Abwägung der Rechtsgüter persönliche Freiheit gegenüber Recht auf Schutz der Gesundheit durchgeführt. Wenn Empfehlungen und Appelle nachweislich nicht zum Ziel führen, sind Verpflichtungen zum Masern-, Mumps-, Röteln-Schutz der Bevölkerung unumgänglich." Die Volksanwaltschaft hat schon in ihrem Bericht 2014 an den Nationalrat die Einführung der Masernimpfpflicht empfohlen. In Staaten wie den USA ist ein Besuch von Schulen etc. ohne den Nachweis der entsprechenden Impfungen nicht möglich.

Seit Jahresbeginn wurden in Österreich insgesamt 32 Masern-Fälle registriert. Dabei handle es sich derzeit um kleinräumige Masern-Ausbrüche. Die Schwerpunkte seien in Niederösterreich mit 15 Erkrankungen und in der Steiermark mit zehn Erkrankungen, stellte die Sektionsleiterin für Öffentliche Gesundheit des Gesundheitsministeriums, Pamela Rendi-Wagner, am Samstag fest.

Weiter gebe es Einzelfälle in weiteren fünf Bundesländern. Nur das Burgenland und Salzburg seien noch nicht betroffen. Die Erkrankungen seien über alle Altersgruppen hinweg verteilt, etwa ein Drittel entfalle auf Kinder unter fünf Jahren.

Quelle: APA

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