Österreich

Von wegen Wonnemonat - der Mai 2019 bringt Rekordkälte wie 1945

Der Mai bringt den Winter zurück. So eisig, wie dieses Wochenende wird, war es zuletzt 1945.

Bald gibt es wieder Schnee. SN/bmf-foto.de - stock.adobe.com
Bald gibt es wieder Schnee.

Von wegen Wonnemonat. Am ersten Wochenende im Mai kommt der Winter zurück. Mit Schneefällen bis ins Flachland und mit Temperaturen unter dem Nullpunkt: ZAMG-Meteorologe Bernhard Niedermoser sagt, dass die Schneefallgrenze auf 500 bis 600 Meter sinken wird. In den Alpentälern kann es zehn bis fünfzehn Zentimeter Schnee geben, auf den Bergen bis zu 80 Zentimeter. Vor allem in der Nacht von Samstag auf Sonntag sind heftige Niederschläge zu erwarten. Diese klingen zwar im Laufe des Sonntags ab, dafür wird es kalt. Am Montag und Dienstag dürften die Tageshöchstwerte bei fünf Grad Celsius liegen, in der Nacht ist Frost angesagt. Verantwortlich für dieses Wetter, das so gar nicht zum Mai passt, ist polare Kaltluft, die von Spitzbergen nach Österreich strömt.

Kaltlufteinbrüche kommen in Österreich im Mai alle paar Jahre vor. Die Kälte ab kommendem Sonntag ist aber sehr ungewöhnlich. Sogar ein Kälterekord für den Mai könnte fallen. Die niedrigste Tageshöchsttemperatur wurde an der Wetterstation Innsbruck-Universität am 1. Mai 1945 mit 3,6 Grad Celsius gemessen. Die Messdaten in der Tiroler Landeshauptstadt reichen bis 1877 zurück.

Mitte kommender Woche wird es dann zwar wieder wärmer, aber dann kommen noch die Eisheiligen. "So kalt wie dieses Wochenende werden sie aber sicher nicht", sagt Niedermoser.

Für die Gartenfreunde bedeutet das Alarmstufe Rot. Viele befürchten, dass die Blumen den kommenden Frost nicht überstehen werden. Dagegen kann man aber etwas tun. "Es reicht, die Blumen abzudecken", sagt die Geschäftsführerin der Salzburger Gärtner und Gemüsebauern, Pauline Trausnitz. Die Gemüsebauern in Wals-Siezenheim, einer Nachbargemeinde der Stadt Salzburg, machten dies bereits seit einigen Wochen. "Eine einfache Abdeckung reicht aus", sagt Trausnitz. Außerdem würden viele Pflanzen, die bereits ausgetrieben haben, den Frost durchaus aushalten. Eine Ausnahme seien Nussbäume. Diese vertragen Temperaturen unter fünf Grad Celsius nicht. "Die Blätter werden dann schwarz, so wie wenn sie verbrannt sind", sagt sie. Im Großen und Ganzen müsse man sich wegen der kommenden Temperaturen aber keine Sorgen machen.

Die extremen Wetterschwankungen der vergangenen Wochen lassen auch viele Menschen über körperliche Beschwerden von Kopfweh bis zu Müdigkeit klagen. "Es gibt viele Menschen, die wetterfühlig sind", sagt der Vorsorgereferent der Salzburger Ärztekammer und Allgemeinmediziner, Peter Kowatsch. Rein wissenschaftlich gebe es kaum Beweise für dieses Phänomen, aber die subjektiven Beschwerden seien da und um diese müsse man sich als Arzt kümmern. Wobei extrem warmes, aber auch kaltes Wetter natürlich den Körper stresse und fordere. Und auch starker Wind wirkt sich negativ auf die Gefühlslage der Menschen aus. "Möglicherweise werden auch bereits vorhandene Beschwerden dem Wetter zugeschrieben", sagt er. Was man seiner Meinung nach tun sollte, wenn man wetterfühlig ist? "Raus ins Freie und sich dem Wetter aussetzen. Das ist die beste Therapie", sagt der Mediziner.

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