Österreich

Vorsicht bei der Mitnahme von Pflanzen aus Nicht-EU-Ländern

Der Import von Weinreben, Zitruspflanzen und Erde ist verboten. Damit soll Schädlingen soll vorgebeugt werden.

Exotische Pflanzen aus fernen Ländern, die man zuhause nicht erwerben kann, sind zwar ein ausgefallenes Souvenir, allerdings ist dabei Vorsicht geboten: Pflanzen aus Nicht-EU-Ländern (ausgenommen Schweiz) unterliegen Einreisevorschriften. Die Einfuhr von Weinreben oder Zitruspflanzen beispielsweise ist gänzlich verboten, hieß es in einer Aussendung des Bundesamtes für Ernährungssicherheit (BAES).

Mit den strengen österreichischen Einfuhrvorschriften soll verhindert werden, dass gefährliche Schädlinge (Tiere, Pilze, Bakterien oder Viren) eingeschleppt werden. Eine Ausbreitung dieser Schädlinge kann laut BAES schwerwiegende Folgen für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Umwelt haben. Ebenso ist die Mitnahme von Erde, Apfel- und Birnbäumen oder auch nur den Teilen einer Zitruspflanze, wie beispielsweise Zitrusblättern, aus Nicht-EU-Ländern ist untersagt.

Bei pflanzlichen Produkten wie Obst, Gemüse, Schnittblumen und Saatgut ist es davon abhängig, ob es sich um kontrollpflichtige Ware handelt. Wenn das der Fall ist, muss für den Import ein sogenanntes Pflanzengesundheitszeugnis eingeholt werden, das im Herkunftsland ausgestellt wird. Kann dieses Zeugnis bei der Einreise dem Zoll nicht vorgelegt werden, so werden die mitgebrachten Pflanzen beschlagnahmt und vernichtet.

Häufige Abnahmen gibt es beispielsweise bei Importen von den Kanarischen Inseln. "Touristen meinen oft, die Kanarischen Inseln gehören zur EU. Das ist aber nicht so, sondern hier gelten die Regeln eines Drittlandes," sagte Christina Topitschnig vom Amtlichen Pflanzenschutzdienst des BAES gegenüber der APA. Daher ist die Einfuhr von Pflanzen, die zum Anbau bestimmt sind, von den Kanarischen Inseln ohne Pflanzengesundheitszeugnis nicht erlaubt.

Für die Mitnahme von kleinen Mengen Obst und Fruchtgemüse sowie Schnittblumen gibt es eine Ausnahme. So dürfen aus europäischen Nicht-EU-Staaten (z. B. Serbien) und den Ländern des Mittelmeerraumes (z. B. Ägypten, Israel, Türkei etc.) 50 Schnittblumen und drei Kilo Obst und Fruchtgemüse ohne Pflanzengesundheitszeugnis mitgenommen werden. Mit letzterem sind beispielsweise Tomaten, Gurken und Zucchini gemeint.

Diese Mengen gelten pro Person. Sie gelten aber nur dann, wenn durch das Importgut keine Gefahr einer Ausbreitung von Schadorganismen besteht. Das bedeutet: Wenn bei der Kontrolle am Flughafen beispielsweise Schädlinge bei dem Lebensmittel gefunden werden, kann die Ware ebenso beschlagnahmt werden. Die Waren dürfen nicht zu Erwerbszwecken eingeführt werden.

Werden nun verbotene Pflanzen beim Zoll gefunden oder wird die Grenze von drei Kilo Obst und Fruchtgemüse überschritten, wird die Ware beschlagnahmt und vernichtet. In weiterer Folge ist mit einer Strafe zu rechnen. Laut Finanzenministerium hängt deren Höhe von mehreren Faktoren ab: Der Art der Ware, deren Menge und ob dem Reisenden bewusst war, dass er ein "verbotenes" Souvenir mitgebracht hat. Die beschlagnahmten Waren werden in eine europäische Datenbank eingetragen und das Herkunftsland bekommt über den Fund Bescheid.

Quelle: APA

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