Österreich

Wenn man von Ehepartner und Immobilie nicht loskommt

Bei einer Ehe ist die Rechtslage rund um ein gemeinsames Haus oder eine Wohnung sehr kompliziert. Im Fall einer Scheidung warnen Juristen vor allem vor unüberlegten Hauruck-Aktionen.

 SN/istockphoto

Viele in Zerrüttung lebende Ehepartner halten das Zusammenleben mit dem anderen Ehepartner nicht (mehr) aus und wollen die Immobilie so schnell wie möglich zu Geld machen. Oft steckt in der ehelichen Wohnung oder dem Haus das gesamte Vermögen.

Doch bei einer Ehe ist die Rechtslage rund um eine Immobilie und das gemeinsame Wohnen alles andere als einfach. Denn mit dem Eingehen des Ehebunds hat man grundsätzlich die Verpflichtung zum gemeinsamen Wohnen, aber auch das Recht, in der ehelichen Wohnung oder im Haus zu bleiben. Dieses Recht besteht, solange die Ehe aufrecht ist und auch noch nicht über die Aufteilung des ehelichen Vermögens entschieden worden ist. Dies gilt auch dann, wenn diese Ehewohnung vom anderen Ehepartner in die Ehe eingebracht worden ist.



1.>Vorsicht vor
eigenmächtigen Aktionen>
Eigenmächtige Handlungen bringen jedenfalls für den im Alleingang agierenden Ehepartner im Scheidungsverfahren große Rechtsnachteile mit sich. So stellt das eigenmächtige Verlassen der Ehewohnung während der Ehe den Tatbestand des " böswilligen Verlassens" dar, einer der schwerwiegendsten Verschuldensgründe. Das verschlechtert im Scheidungsverfahrens meist gravierend die Ausgangsposition des eigenmächtig handelnden Ehepartners. Denn dieser ist dann meist grundsätzlich dem anderen zum (lebenslangen) Ehegattenunterhalt verpflichtet, wobei in der Praxis dieser Ehegattenunterhalt meist durch größere Einmalzahlungen oder eben "Großzügigkeit" beim aufzuteilenden Vermögen dem anderen abgefunden wird.

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