Österreich

Wiener Öffi-Tickets werden mit Jahresbeginn teurer

Wiener Öffi-Fahrer müssen mit Beginn 2018 tiefer in die Tasche greifen. Denn viele Ticketkategorien werden teurer. So kostet ein Einzelfahrschein künftig 2,40 statt 2,20 Euro. Auch die Preise für Wochen- und Monatskarten steigen. Die 365-Euro-Jahreskarte bleibt als Prestigeprojekt der rot-grünen Stadtregierung allerdings unangetastet. Schwarzfahren wird aber ebenfalls kostspieliger.

Durchschnittlich steigen die Tarife mit 1. Jänner um 3,7 Prozent. Ausgewählte Details: Der Preis für das 24-Stunden-Ticket wird um 40 Cent auf 8 Euro angehoben. Eine Wochenkarte schlägt ab kommendem Jahr mit 17,10 Euro (bisher 16,20) zu Buche, die Monatskarte mit 51 Euro (bisher 48,20). Alte Fahrkarten bleiben bis Ende Juni 2018 gültig, danach können sie gegen Aufzahlung des Differenzbetrags umgetauscht werden.

Verschont von den Preissteigerungen bleiben Besitzer der Jahreskarte. Allerdings nur dann, wenn sie zu den 28 Prozent jener Stammkunden gehören, die sogenannte Einmalzahler sind und somit die 365 Euro auf einmal überweisen. Für die restlichen 72 Prozent der insgesamt rund 760.000 Inhaber wird es sehr wohl teurer. Denn wer das Dauerticket in monatlichen Beträgen abstottert - hier haben die Wiener Linien bisher 10 Euro Mehraufwand zu den 365 Euro verrechnet -, muss künftig 31 Euro aufzahlen. Die Jahreskarte kommt somit unterm Strich auf 396 Euro. Allerdings: Laufende Verträge werden nicht geändert, die höhere Monatsrate wird also erst schlagend, wenn die aktuelle Jahreskarte abgelaufen ist und eine neue beantragt wird.

Teurer wird es auch für die Senioren unter den Jahreskartenbesitzern - und zwar um 11 Euro. 235 Euro kostet die ermäßigte Variante ab Jänner, monatliche Abbucher zahlen statt 229 Euro künftig insgesamt 246 Euro. Die Tickets für betagtere Menschen wurden zuletzt 2007 verteuert, die letzte allgemeine Tariferhöhung der Wiener Linien fand 2014 statt.

Die Geschäftsführung der Öffi-Betriebe hatte die erstmals im November bekannt gegebenen Preisanhebungen mit gestiegenen Ausgaben argumentiert. Neben dem Netzausbau - erst im heurigen September wurde die U1-Verlängerung nach Oberlaa eröffnet - hätten sich auch die Energie- und Personalkosten erhöht, hieß es.

Den Teuerungen auszuweichen, indem man gar keine Fahrkarte löst, ist aber auch nicht sehr empfehlenswert. Denn wer beim Schwarzfahren erwischt wird, muss ab Neujahr schon 105 Euro berappen - statt bisher 103 Euro. Im Bus kann allerdings künftig kein Ticket mehr gelöst werden. Der Verkauf beim Fahrer wird eingestellt. Laut Wiener Linien haben nur 0,06 Prozent der Fahrgäste ihren Fahrschein beim Fahrer gelöst, diese Vertriebsvariante habe aber hohe Kosten und teilweise Verzögerungen verursacht.

Eingestellt werden auch selten genutzte Tickettarife wie die Vier-Streifen-Karte oder das 90-Minuten-Ticket. Neu hinzu kommt hingegen ein Zwei-Fahrten-Schein, der mit 4,80 Euro zum Preis von zwei Einzelfahrscheinen zu haben ist. Das ermäßigte Senioren-Einzelticket (1,50 Euro) ist ebenfalls neu im Sortiment.

Quelle: APA

Aufgerufen am 20.09.2018 um 08:57 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/wiener-oeffi-tickets-werden-mit-jahresbeginn-teurer-22310635

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