Österreich

Wiener Silvesterpfad unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen

Der Silvesterpfad in Wien findet am Samstag unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Elf Standorte in der Innenstadt sowie beim Riesenrad und in der Seestadt Aspern fieberten bei freiem Eintritt dem Jahreswechsel und dem Feuerwerk beim Rathaus entgegen. Hunderttausende Besucher wurden zu dem Großevent erwartet.

Polizei verteilte Taschenalarme.  SN/APA/HANS PUNZ
Polizei verteilte Taschenalarme.

Nach dem Berlin-Attentat wurden Sicherheitsvorkehrungen erhöht. So waren u.a. 400 Polizisten und 300 Securitys im Einsatz. 19 Kameras überwachten das Geschehen. Zusätzlich wurde der Verkehr am Ring zwischen Operngasse und Stadiongasse ab 20.00 Uhr gesperrt. Weitere temporäre Sperren wurden angekündigt.

Die Mitnahme bzw. das Abbrennen von Knall- und Feuerwerkskörpern war - wie schon in den vergangenen Jahren - verboten. Keine Probleme sollte es am Heimweg geben: Neben allen U-Bahn-Linien fahren auch diverse Bus- und Straßenbahnlinien die ganze Nacht hindurch.

Am frühen Samstagnachmittag verteilte die Wiener Polizei am Silvesterpfad Taschenalarme. Der Andrang um 13.00 Uhr am Stephansplatz war groß, vor allem Frauen hofften, sich damit vor etwaigen Übergriffen schützen zu können. Die Aktion ist Teil der Präventionsarbeit gegen Gewalt an Frauen und soll auch das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen.

Taschenalarme seien "das geeignetste Mittel, wenn sich jemand schützen will", sagte ein Sprecher gegenüber der APA. Deswegen empfehle man die Geräte auch nicht nur anlassbezogen, sondern generell. Im Zuge der Verteilung erklärten Polizisten die Handhabung der Alarme und das richtige Verhalten in Notsituationen. Die Geräte produzieren ein 110 Dezibel lautes Signal, das Täter abschrecken und die Umgebung aufmerksam machen soll.

Am Abend überwog dennoch die Partystimmung. Polizei sah man kaum, Angst vor Terroranschlägen schien ohnehin niemand zu haben. "Wenn's ist, hab ich halt a Pech" kommentierte eine Besucherin im Gespräch mit der APA trocken, ihr Begleiter grinste dazu. Einheimische, Touristen und Besucher aus den Bundesländern feierten gemeinsam, manche festlich gekleidet, andere mit Glücksschweinen aus Stoff auf dem Kopf. Viele Familien, viele Paare, größere Gruppen waren die Ausnahme.

Bei den Partygästen kamen unter anderem die Auffrischungskurse im Walzertanzen am Graben sichtlich gut an. Mal beschwingt, mal belustigt drehten sich Paare in spontaner und teils chaotischer Formation auf dem Asphalt: "Wunderbar!" kommentierte einer der Tänzer. Andere standen mit einem Häferl Punsch am Rand und wiegten sich im Dreivierteltakt. Nach dem Donauwalzer änderte sich die Musik und man tanzte Boogie Woogie.

Für das leibliche Wohl sorgen rund 70 Gastronomen, die in Hütten auf den Partyparcours verteilt sind. Sie bieten allerlei regionale Spezialitäten wie Kaiserschmarrn, Uhudler und Sacherwürstel an, vor allem aber Sekt, Glühwein und Punsch.

(APA)

Aufgerufen am 11.12.2017 um 06:23 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/wiener-silvesterpfad-unter-erhoehten-sicherheitsvorkehrungen-568057

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