Österreich

Zahlen belegen leichten Anstieg bei häuslicher Gewalt

Bundesweit sind im März 961 Betretungs- und Annäherungsverbote verhängt worden. Im Monat davor war dieser Schritt gegen häusliche Gewalt 874 Mal gesetzt worden. "Das ist eine kleine Steigerung. Genau die ist es, die uns alarmiert", meinte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) bei der Präsentation dieser Zahlen am Sonntag. Eine neue Kampagne soll Frauen Hilfestellung bei gewalttätigen Partnern bieten.

Häusliche Gewalttaten nehmen laut Innenministerium zu SN/APA/HERBERT P. OCZERET
Häusliche Gewalttaten nehmen laut Innenministerium zu

Gemeinsam mit Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) stellte Nehammer eine neue mehrsprachige Kampagne vor, die Frauen Hilfestellung bei gewalttätigen Partnern bieten soll. In diesem Bereich gebe es "null Toleranz", betonte Nehammer. Keine Frau soll sich alleingelassen fühlen.

Die Zahlenentwicklung im Detail: Im Jänner dieses Jahres wurden in Österreich 937 Betretungs- und Annäherungsverbote registriert. Im Februar waren es 874. Im März stieg die Zahl auf 961.

Susanne Raab, Bundesministerin für Frauen und Integration, betonte, dass alle Ansprechstellen erreichbar seien und dass es für Frauen, die mit Gewalt konfrontiert wurden, Ausweichquartiere gebe, falls in einem Haus jemand mit dem Coronavirus infiziert sei. "Bis jetzt haben wir Gott sei Dank keinen signifikanten Anstieg an häuslicher Gewalt. Doch wir müssen wachsam sein. Es kann sein, dass Anzeigen verzögert kommen. Je länger die Isolation dauert, desto mehr steigen die Risikofaktoren. Auch die hohe Arbeitslosigkeit ist ein Faktor. Wir wissen, dass auf Konflikte und Stress Menschen mit Gewalt reagieren."

Zuletzt hieß es aus mehreren Bundesländern, dass die Zahlen häuslicher Gewalt nicht gestiegen seien. Die auferlegte Ausgangsbeschränkung im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie dürfte etwa im Bundesland Salzburg nicht zu der befürchteten Zunahme geführt haben, hieß es Ende März. Auch das Gewaltschutzzentrum Salzburg und das Frauenhaus in der Landeshauptstadt registrieren bis dahin noch nicht mehr Fälle häuslicher Gewalt. Allerdings rechneten die Leiterinnen der beiden Einrichtungen mit einem baldigen Anstieg.

Hier bekommen Frauen Hilfe:

Unter den Notrufnummern 133 (Polizei) und 112 (Euronotruf)

SMS Polizei: 0800 | 133 133 (auch Notruf für Gehörlose)

Frauenhelpline: 0800 | 222 555

24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien: 01 71 71 9

www.frauenhelpline.at

Quelle: APA

Aufgerufen am 29.11.2020 um 09:20 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/zahlen-belegen-leichten-anstieg-bei-haeuslicher-gewalt-85846696

Kommentare

Schlagzeilen