Zeitung in der Schule

Klimawandel: Wie kann jeder zu einer nachhaltigen Lebensweise beitragen?

Der Verein "Zeitung in der Schule" hat unter dem Titel "Klimawandel: Wie kann jeder in seinem persönlichen Umfeld zu einer ökologischen und nachhaltigen Lebensweise beitragen? einen Schreibwettbewerb für Schülerinnen und Schüler ausgeschrieben.

Klimawandel: Wie kann jeder nachhaltigen Lebensweise beitragen?  SN/sveta - stock.adobe.com
Klimawandel: Wie kann jeder nachhaltigen Lebensweise beitragen?

Aufgrund der zahlreichen Einsendungen hat sich die Jury heuer dazu entschieden, zwei Gewinnertexte zu prämieren. Überzeugen konnten die 16-jährige Schülerin Katrin Ellmer von den Tourismusschulen Bad Ischl und der 18-Jährige Gordian Bartholomäus Gudenus von der Privatschule Schola Thomas Morus.

Klimaschutz - wenn das Gewissen beißt

Es wird Zeit das Problem persönlich zu nehmen. Durch das schlechte Gewissen wird Klimaschutz möglich gemacht.

Von Katrin Ellmer, Tourismusschulen Bad Ischl

"Wir alle müssen unseren Teil zum Klimaschutz beitragen", ein Trend, der in sämtliche Medien kursiert. Es ist ein Privileg, dass wir diesen Ausspruch als "Trend" bezeichnen dürfen. In Ländern wie Haiti oder Myanmar hängen davon Millionen von Menschenleben ab. Auch die Bevölkerung der Industriestaaten hat mit Auswirkungen des Klimawandels, wie Überschwemmungen der Dürreperioden, zu kämpfen. Aber die hauptleidtragenden der Umweltverschmutzung durch die Industriestaaten sind Entwicklungsländer. Dort fehlt es an Infrastruktur, Geld oder schlicht an Wissen, um mit der Krise fertig zu werden.

In Österreich ist Klimaschutz eine Frage der Einstellung. Niemand ist dazu gezwungen, seine jetzige Denk- und Lebensweise zu ändern. Man will für gute Leistungen belohnt werden und die Resultate seiner Bemühungen sehen. Beim Klimaschutz ist das nicht der Fall. Nur weil Strohhalme und Plastiksackerl verboten werden, hört die Temperatur nicht auf, anzusteigen. Kinder in überfluteten Dörfern senden keine Dankeskarten, weil jemand in Europa aus dem Wasserhahn trinkt, statt sich eine Flasche Mineralwasser zu kaufen. Deswegen bleiben die Leute bei ihren alten Gewohnheiten, verwenden Plastikflaschen, fliegen jedes Jahr auf Urlaub und kaufen weiter Melonen im Winter.

Wir sind schuld an den klimabedingten Problemen in anderen Teilen der Welt. Wegen unseres ausschweifenden Lebensstils und unseres Widerstands, auch nur einen Hauch unseres Wohlstands aufzugeben. Unser Handeln hat Konsequenzen. Es fällt uns schwer das zu begreifen, weil wir es nicht am eigenen Leib erfahren, aber die Auswirkungen sind da und sie sind verheerend.
Augenöffnende Zeitungsartikel, realitätsnahe Dokumentationen und Beiträge auf YouTube, die die Gebiete und Gesichter hinter den Zahlen greifbar machen, wecken in den Leuten das schlechte Gewissen. Dadurch wird die Klimakrise zu unserem Problem. Einem Menschen in einem Krisengebiet kann man nicht so leicht helfen, aber um das eigene Gewissen zu beruhigen, ist man bereit, Opfer zu bringen. Unser Gewissen macht uns auf Fehler aufmerksam, auf Ungerechtigkeiten und Schäden, für die wir verantwortlich sind. Ein Urtrieb, der unseren Zusammenhalt als Gemeinschaft ermöglicht und dem wir folgen müssen, um die Klimakrise wirklich zu bewältigen.

Fastfood ist nicht nur für dich ungesund!

Schon gewusst? Nicht nur der Speckreifen wächst beim Burger-Essen, sondern auch der CO2-Fußabdruck.

Von Gordian Bartholomäus Gudenus, Schola Thomas Morus

Die UN-Landwirtschaftsorganisation FAO zeigte nämlich, dass 14,5 Prozent aller Treibhausgasemissionen aus der Herstellung von tierischen Produkten stammen.
So gesehen nimmt Mutter Erde sogar ab: an sauberen Wasserreserven und Ackerflächen! Denn laut dem "Waterfoodprint Network" braucht man für das Kilogramm Rindfleisch 15.000 Liter Wasser. Und man darf hierbei nicht vergessen, wie viele Leute weltweit an Wassermangel leiden (laut internationalem Kinderhilfswerk UNICEF sind es derzeit knapp 785.000.000 Menschen).

Vom Schnitzel bis zum Tafelspitz, besonders in der österreichischen Küche mangelt es nicht an fleischigen Gerichten. Morgens, mittags und abends ist der Tisch mit ihnen beladen. Ja, laut "Global 2000" verspeisen jede Bürgerin und jeder Bürger in der Heimat jährlich ungefähr 40 Kilogramm Fleisch. Das sind rund 600.000 Liter Wasser. Jetzt ist aber Zeit, all das zu ändern. Es ist vielen bereits bewusst wie sehr die Umwelt unter dieser konstanten Ausbeutung gelitten hat. Auf der ganzen Welt werden Startups gegründet und Initiativen ins Leben gerufen, die dieses Problem angehen. Und dabei wird auch ein Blick auf die eigene Ernährung geworfen. All das spiegelt sich in den Health- und Essenstrends wider: Regional und Bio muss alles sein, was auf dem Tisch landet.

Aber brauchen österreichische Rinder weniger Ressourcen? Sind gut behandelte Tiere automatisch die umweltfreundlicheren? Nein, es ist egal wie glücklich die Kühe sind, die in einem Hamburger landen, am Ende brauchen sie auch Wasser und produzieren Mengen an Treibhausgasen. Denn Fakt ist, die Fleischproduktion schädigt die Umwelt. Eine Kuh produziert täglich rund 191 Liter Methan, ganz egal ob in Argentinien auf der Weide oder heugefüttert in der Steiermark.
Und hier haben wir den Salat: Viele Menschen denken nicht weiter. Es kommt ihnen nicht in den Sinn, dass das Fleisch aus dem Heimatland auch schädlich sein könnte. So lange die Verpackung ein "AMA Gütesiegel" und eine glückliche Bäuerin oder einen glücklichen Bauer zeigt, ist das Gewissen ruhig und meldet sich nicht. Und hier kann jeder versuchen, sich zu bessern.

Natürlich ist ein veganes Leben die umweltfreundlichste Lösung, doch wer nicht auf den Sonntagsbraten verzichten will, kann damit beginnen, diesen endlosen Konsum wenigstens einzuschränken. Es wird nicht einfach sein, diesen Kampf zu gewinnen, aber es liegt an jedem einzelnen mit in die Schlacht zu ziehen.

Denn wir kämpfen ihn nicht nur für uns, sondern für jede zukünftige Generation.

Aufgerufen am 27.11.2021 um 04:51 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/zeitung-in-der-schule-klimawandel-wie-kann-jeder-zu-einer-nachhaltigen-lebensweise-beitragen-84369664

Kommentare

Schlagzeilen