Österreich

Zwölfjähriger drohte in Linzer Schule Lehrer mit Schere

Neuer Schul-Aufreger: Nachdem am Mittwoch ein 17-Jähriger seine Klassenkameradin gewürgt hatte, griff ein Zwölfjähriger am Donnerstag in einer anderen Linzer Schule zur Schere und drohte seinem Lehrer mit dem Umbringen. Das bestätigte die Landespolizeidirektion OÖ der APA nach einem Bericht des "ORF Radio Oberösterreich". Der Bursche wurde suspendiert und war am Freitag nicht im Unterricht.

Der Schüler wurde inzwischen suspendiert SN/APA (dpa/Archiv)/Daniel Reinhard
Der Schüler wurde inzwischen suspendiert

Der Zwölfjährige habe am Mittwoch um 12.45 Uhr eine Schere gegen den Pädagogen gerichtet und ihn bedroht, berichtete die oö. Polizei. Der Bub gab an, er habe sich von dem Lehrer provoziert gefühlt und sei in Rage geraten.

Er habe den Lehrer nicht verletzen wollen und wisse auch nicht, wie es zu der Kurzschlussreaktion gekommen sei. Ein anderer Pädagoge ging dazwischen, brachte den türkischen Schüler auf den Gang und beruhigte ihn. Die Polizei wurde gerufen. Als die Mutter des rabiaten Teenagers in die Schule kam, zeigte sie sich unkooperativ und verhielt sich aggressiv gegenüber den Beamten. Sie muss mit einer Anzeige rechnen.

Die Schule ist an die Pädagogische Hochschule Oberösterreich angeschlossen. Rektor Herbert Gimpl bestätigte die Suspendierung, die bis zu vier Wochen dauern könne, und erst schriftlich aus dem Bildungsministerium einlangen müsse. Sein persönlicher Ansatz sei, dass "zu lange Phasen der Absenz nicht unproblematisch" seien.

Ein derartiger Vorfall habe sich an jener Schule noch nie zugetragen, auch dass die Mutter nicht kalmierend auf das Kind einwirkte, sondern noch zur aggressiven Situation beitrug, sei ungewöhnlich. Die beiden involvierten Pädagogen seien hochausgebildet, der sonderpädagogische Förderbedarf des Zwölfjährigen und dass er sehr impulsiv sei, war laut dem Rektor bekannt und er wurde in diesem Sinne unterrichtet.

"Man muss künftig zum Schutz aller und zur Sicherung der Unterrichtsqualität über einen Methodenmix reden", regte der Rektor an. "Es stünde uns gut an, über interdisziplinäre Teams nachzudenken", sprach er eine Entlastung der Pädagogen durch zusätzliche Psychologen an.

FPÖ-Sicherheitsstadtrat Michael Raml ortete in einer Reaktion eine "jahrelange Fehlentwicklung in der Einwanderungs- und Bildungspolitik", die jetzt ihre Folgen zeige. "Der Gewalt an Schulen muss endlich entschieden entgegengewirkt werden. Sowohl aus dem Bildungsministerium als auch aus dem Justizministerium müssen schnell konsequente Maßnahmen folgen!"

Auch in der Steiermark ist am Freitag ein Übergriff eines Lehrers gegen einen Volksschüler bekannt geworden: Ein 62 Jahre alter Lehrer soll am Dienstag einem Achtjährigen mit der Hand ins Gesicht geschlagen haben. Der Schüler soll zuvor den Unterricht mehrmals gestört haben, wie die Landespolizeidirektion mitteilte. Der Lehrer wurde angezeigt.

Zu dem Zwischenfall war es im Bezirk Graz-Umgebung gekommen. Die Schule wurde von der Polizei nicht genannt. Der Lehrer aus Graz hatte dem achtjährigen Schüler aus dem Bezirk Graz-Umgebung mit der Rückseite der Hand ins Gesicht geschlagen. Der Bub wurde dabei leicht verletzt. Der 62-Jährige wurde angezeigt.

2018 sind bei der Polizei 1.323 Anzeigen wegen Gewalttaten an Bildungseinrichtungen eingegangen, berichtete indes die "Kronen Zeitung" am Freitag. Die auch der APA vorliegenden Daten betreffen dabei alle Bildungseinrichtungen, vom Kindergarten bis zur Hochschule, auch Fahrschulen fallen darunter. Schulen dürften allerdings einen Großteil ausmachen, gut 80 Prozent der Tatverdächtigen sind unter 18.

Am häufigsten angezeigt wurden Jugendliche zwischen zehn und 13 Jahren (514 bzw. 33 Prozent) sowie zwischen 14 und 17 Jahren (606 bzw. 39 Prozent). 103 Kinder bzw. sieben Prozent der Tatverdächtigen besuchten 2018 noch die Volksschule. Über alle Altersklassen hinweg hatten fast zwei Drittel der insgesamt fast 1.600 Tatverdächtigen einen österreichischen Pass.

Im Vergleich zu 2017 sind die Anzeigen mit Bezug zu Bildungseinrichtungen österreichweit um rund 14 Prozent gestiegen. Zwei Drittel der Anzeigen betrafen Körperverletzung, knapp 20 Prozent gefährliche Drohung. In Wien, das zuletzt wegen Konflikten an Schulen vielfach in den Medien war, gab es 2018 exakt 408 Anzeigen. Das sind um 47 Fälle mehr als noch 2015, im Vergleich zu 2017 sind es fünf weniger.

Quelle: APA

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