Reisen

Von wegen Stille Nacht

Weihnachten in Europa: Essbare Baumstämme, fliegende Hexen oder gar eine Karpfenschuppe im Geldbörsel zählen bei unseren europäischen Nachbarn zum Weihnachtsfest.

Weihnachten wird in Europa ganz unterschiedlich gefeiert. SN/robert ratzer
Weihnachten wird in Europa ganz unterschiedlich gefeiert.
Die Weihnachtslotterie im „Teatro Real“. SN/apa (afp)
Die Weihnachtslotterie im „Teatro Real“.
Ein Weihnachtsfest ohne Karpfen ist für viele Polen kein richtiges Weihnachtsfest. SN/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul
Ein Weihnachtsfest ohne Karpfen ist für viele Polen kein richtiges Weihnachtsfest.

Frankreich:

Dreizehn Desserts und Holzscheite
Keine Frage, hier geht's auch zu Weihnachten ums Essen. Es geht weniger besinnlich als vielmehr fröhlich zu. Zum Réveillon, dem Weihnachtsessen am 24. Dezember, zählen typisch französische Spezialitäten wie Foie gras, Austern, Hummer und Schnecken. Dazu wird natürlich Champagner getrunken. Die Provence wartet mit einem besonderen Brauch auf: den "treize desserts" - 13 Desserts von Nüssen bis Mandarinen - für die zwölf Apostel und Jesus Christus. Doch fast überall wird die Bûche de Noël aufgetischt, ein "Baumstamm" aus Biskuitteig und Buttercreme. Der Stamm symbolisiert die Wärme im Kamin, mit der man das Christkind willkommen heißt. Außerdem soll die Asche, die am Tag darauf auf den Feldern verstreut wird, Glück und reiche Ernte für das nächste Jahr bringen. Geschenke, die der Père Noël, der Weihnachtsmann, gebracht hat, gibt es erst am 25. Dezember. Und am 26. Dezember geht's für die Franzosen bereits zurück zur Arbeit.

Italien:
Panettone und Befana
In Italien kommt man im Dezember aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Nach Nikolaustag, Mariä Empfängnis und Kauf des Weihnachtsbaums werden die Krippen aufgebaut. Sie spielen in Italien eine wichtige Rolle und lösen regelrechte Wettkämpfe zwischen benachbarten Gemeinden aus. Am 24. Dezember wird dann - zumindest in Rom - das Weihnachtsfest mit einem Kanonenschuss vom Castel Sant'Angelo eingeleitet. Während den ganzen Tag über gefastet wird, biegt sich am Abend bei der Cena della Vigilia di Natale, der Wache vor dem Weihnachtsfest, der Tisch unter - allerdings fleischlosen - Köstlichkeiten. Vor allem einer darf nicht fehlen: der Panettone. Dieser Kuchen mit kandierten Früchten und Rosinen schmeckt besonders gut zu süßem Wein oder Spumante. Die Weihnachtsmesse auf dem Petersplatz ist fester Bestandteil des Heiligen Abends. Wer nicht direkt dabei sein kann, verfolgt sie im Fernsehen. Am 25. Dezember gibt es ausschließlich Gerichte ,dalla terra', von der Erde, also Fleisch, Wurst und Salami, und den Abschluss der Feierlichkeiten bildet die Hexe La Befana am 6. Jänner. Diese fliegt auf der Suche nach dem Bambino Gesù, dem Christkind, von Haus zu Haus. Braven Kindern bringt sie Geschenke, weniger braven Kohlen.

Spanien:
Weihnachtslotterie und Hosen runter
Bereits in der Adventzeit, wenn die Krippen aufgestellt werden, könnte einem eine Figur darin spanisch vorkommen: der Caganer. Dieses "Scheißerchen" in traditionell-katalanischer Bauerntracht mit heruntergelassener Hose verrichtet sein Geschäft gleich neben der Krippe. Symbolisieren soll er den gesunden Lauf der Natur und die Düngung der Erde. Den Startschuss für die Weihnachtstage gibt am 22. Dezember die Weihnachtslotterie Sorteo de Navidad mit der live übertragenen Ziehung der Gewinnzahlen im Fernsehen. Der Heilige Abend, die Noche Buena, und der Christtag werden fröhlich im großen Familienkreis und mit vielen Leckereien begangen. Unbedingt dazu gehört das Turrón, ein picksüßer Riegel, der aus Mandeln, Nüssen, Honig und Eiern hergestellt wird. Nach dem Essen wird es noch einmal ernst: Die Urne des Schicksals kommt auf den Tisch. In ihr befinden sich kleine Geschenke, aber auch Nieten. Um Mitternacht geht's dann in die Hahnenmesse. Warum sie so heißt? Weil ein Hahn der Erste war, der die Geburt Christi verkündet hat.

Polen:

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Aufgerufen am 22.01.2018 um 03:25 auf https://www.sn.at/panorama/reisen/von-wegen-stille-nacht-21761464