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Lady Gaga beim Super Bowl: Attacke auf Trump vor Millionen?

Halb Amerika wird zuschauen, wenn Lady Gaga ihre Show beim Super Bowl liefert. Die einst als Freak gefeierte Pop-Primadonna ist im Mainstream angekommen, auf ein wildes Programm können sich Fans trotzdem gefasst machen. Vielleicht sogar auf Protest gegen Trump.

Lady Gaga. SN/APA/dpa-Rufa/Dominic Schaar
Lady Gaga.

Tut sie es? Oder tut sie es nicht? Die bunte Welt des Entertainment rätselt, wie weit Lady Gaga in ihrer Halbzeitshow beim Super Bowl gehen wird. Wagt sie beim Football-Endspiel der NFL, dem größten Fernsehereignis des Jahres, ein politisches Statement gegen Donald Trump? Muss sich das Millionenpublikum auf einen Eklat vorbereiten? Oder nutzt sie die Gelegenheit lediglich, um eines ihrer extravaganten Outfits zu zeigen? Der Auftritt des 30-jährigen Popstars in der Pause des Duells der New England Patriots mit den Atlanta Falcons am Sonntag wird nicht nur Fans Gesprächsstoff bieten.

"Ich wäre baff, wenn sie kein politisches Statement macht", sagte Larry Hackett, ehemaliger Chefredakteur des "People"-Magazins, dem TV-Sender ABC. "Auf dieser Bühne, mit der Gelegenheit von 115 Millionen Zuschauern, wäre es verblüffend und schlecht für ihre Karriere, wenn sie es nicht tun würde." Im Wahlkampf hatte Lady Gaga Hillary Clinton offen unterstützt und sich auch beim Protest vor Trumps Wolkenkratzer in New York gezeigt, der begleitet von teils heftigem Widerstand mittlerweile im Weißen Haus regiert.

Ein Neuling ist Gaga in der Super Bowl-Supershow keineswegs: 2016 hatte sie die amerikanische Nationalhymne auf dem Feld geschmettert, in glitzerrotem Hosenanzug mit rotem Lidschatten und blauen Fingernägeln. "Totale Perfektion", titelte die Zeitung "USA Today", das Internet quoll über vor Begeisterung über ihre Interpretation des "Star-Spangled Banner". Nach diesem patriotischen Pop-Donnerwetter wäre ein Protest gegen den neuen Präsidenten umso bemerkenswerter.

Wie auch immer die Show ausfällt: Mit dem Auftritt treibt "Mother Monster" ihren Wandel von der Pop-Provokateurin mit wilden Outfits zur zugänglicheren Country-Rockerin voran. Mit ihrem Album "Joanne" verabschiedete sich Gaga im Oktober vom Freak-Status und tauschte ihr Abendkleid aus rohem Fleisch gegen den pinken Cowboy-Hut. 2016 sang sie bei den Grammy- und Oscar-Verleihungen sowie der Modenschau einer großen Marke für Damenunterwäsche, sprich: für den Mainstream. Die Rolle rückwärts wird sie sich beim Super Bowl, wo ein Drittel der gesamten US-Bevölkerung und fast die gesamte Entertainment-Branche zusehen, kaum leisten.

Für eine satte Show mit politischen Untertönen hatte sich Beyoncé entschieden, als sie 2016 "Formation" zum Besten gab - ihren Aufschrei angesichts der Gewalt gegen Afroamerikaner und dem Kampf von Frauen in einer von Männern beherrschten Welt. Die bürgerlich als Stefani Germanotta bekannte Lady Gaga wird "Queen B" noch toppen wollen. Der Trick sei, sich diese Weltbühne anzusehen und sich zu fragen, wie man dem Ganzen irgendwie noch einen neuen Dreh geben könne, sagt Gaga in einem Werbe-Video zur Show.

Sie und ihre Tänzer sind längst zu den Proben in Houston, damit am großen Abend alles sitzt. Denn Patzer bleiben den Zuschauern oft über Jahre im Gedächtnis. Unvergessen etwa der unbeholfene Tänzer im Hai-Kostüm, der 2015 die Choreographie bei Katy Perrys Auftritt vergeigte. Oder der "Nipplegate"-Moment von 2004, als Justin Timberlake mit einem falschen Handgriff versehentlich die Brustwarze von Janet Jackson freilegte. Von M.I.A. forderte die NFL sogar Schadenersatz in Höhe von 16,6 Millionen Dollar, weil die Sängerin den Zuschauern 2012 den ausgestreckten Mittelfinger gezeigt hatte.

Lady Gaga ist ein Profi der großen Bühne, die Show am Sonntag wird ein Highlight ihrer gesamten Karriere sein. "Ich plane das, seit ich vier war, also weiß ich genau, was ich tun werde", sagt sie.

Quelle: Dpa

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