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Streep vs. Trump: Aufregung um politische Rede bei den Globes

Meryl Streep fand bei der Golden-Globe-Gala klare Worte gegen den künftigen US-Präsidenten, dieser konterte prompt.

Meryl Streep bei den 74. Golden Globes. SN/AP
Meryl Streep bei den 74. Golden Globes.

Für ihre politische Rede über den künftigen US-Präsidenten Donald Trump hat die Schauspielerin Meryl Streep viel Bewunderung von Hollywood-Kollegen geerntet. "Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle", sagte die 67-jährige Streep in der Nacht zu Montag unter Tränen bei der Verleihung der Golden Globes.

Der eindrücklichste Auftritt des Jahres sei für sie nicht in einem Film gewesen, sondern, als Trump in einer Wahlkampfrede die Bewegungen eines körperlich Behinderten nachgeäfft habe. "Es hat mein Herz gebrochen als ich es gesehen habe, und ich kann es noch immer nicht aus meinem Kopf bekommen. (...) Dieser Instinkt, andere zu demütigen - wenn es von jemanden in der Öffentlichkeit vorgemacht wird, von jemand Mächtigem - zieht sich in den Alltag von uns allen." Schließlich gebe das anderen Menschen vermeintlich die Erlaubnis, dasselbe zu tun: "Respektlosigkeit lädt zu Respektlosigkeit ein, Gewalt animiert zu Gewalt."

Die Galagäste im Saal hörten gebannt zu. Viele reagierten sichtlich gerührt, einige hatten Tränen in den Augen. Auch beim Kurznachrichtendienst Twitter lobten viele Streeps Auftritt: "Ein überwältigender Moment, wie wir ihn selten im Fernsehen sehen", schrieb etwa Regisseur Michael Moore über Streeps "leidenschaftliche Golden-Globe-Rede". Schauspielerin Julianne Moore verwies auf das Streep-Zitat "Wenn die Mächtigen ihre Position benutzen, um andere zu tyrannisieren, dann verlieren wir alle" - und ergänzte: "Danke #MerylStreep". Ihre Kollegin Juliette Lewis twitterte: "Meryl Streep sagt alles, was gesagt werden muss auf sehr profunde und elegante Weise." Danny Glover twitterte: "Ich kann immer darauf setzen, dass Meryl etwas Signifikantes sagt".

Zuvor hatte Streep bereits über die Herkunft vieler der nominierten Stars gesprochen. Hollywood sei voll von Ausländern: "Wenn wir sie alle aus dem Land werfen, gibt es für uns nichts mehr zu schauen außer Football und Mixed Martial Arts", sagte die US-Schauspielerin über den Kampfkunst-Sport, von dem Trump großer Fan ist. Die dreifache Oscargewinnerin wurde bei der Gala mit dem Cecil B. Demille-Preis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Trump: Streep ist als Schauspielerin überbewertet

Donald Trump hat Meryl Streep nach ihrer Rede bei den Globes als "eine der überbewertetsten Schauspielerinnen in Hollywood" bezeichnet. Sie sei eine "Dienerin" von Trumps früherer Konkurrentin Hillary Clinton, die "in großem Stil verloren" habe, schrieb Trump am Montag auf Twitter.

"Ich habe nie einen körperlich behinderten Reporter "nachgeäfft" (würde das nie tun)", wies Trump diese Aussage zurück. Er habe nur das "katzbucklige" Verhalten des damaligen "Washington Post"-Reporters Serge Kovaleski in einer Diskussion um dessen Artikel zu den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zeigen wollen.

Quelle: Dpa

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