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Was passiert, wenn die Queen handlungsunfähig wird

Der Gesundheitszustand von Queen Elizabeth II. sorgt für internationales Interesse. Wenn die 90-jährige ihre Pflichten aus gesundheitlichen Gründen nicht erfüllen könnte, würde ein provisorischer Rat aus Mitgliedern der Königsfamilie ihre Aufgaben übernehmen, erklärte die Politologin Melanie Sully. Trotz Kritik am Königshaus sieht Sully die Monarchie nicht in Gefahr.

Queen Elizabeth II war in letzter Zeit immer wieder wegen gesundheitlicher Probleme im Gespräch. SN/AP
Queen Elizabeth II war in letzter Zeit immer wieder wegen gesundheitlicher Probleme im Gespräch.

Die Bildung eines Rats sei die kurzfristige Lösung, für den Fall, dass die britische Königin später wieder arbeitsfähig wird. Diese Übergangslösung sei kein Abdanken, sondern ein Verzicht auf die Regentschaft. Mitglieder des Rates wären Ehemann Prinz Philip (94) und die vier nächsten Volljährigen in der Thronfolge, Prinz Charles (68), Prinz William (34), Prinz Harry (32) und Prinz Andrew (56).

Der Rat könnte mehrheitsfähig Entscheidungen treffen und, mit Ausnahme der Nachfolgefrage und Vergabe von Adelstiteln, alle Befugnisse der Queen übernehmen. Er würde sie in ihrer Funktion als Staatsoberhaupt, als Kopf des Commonwealth, als Oberbefehlshaberin und als Teil der Legislative ablösen.

Als längerfristige Lösung würde ein Reichsverweser (Regent) zum Zug kommen. Im Falle einer Regentschaft wird die nachfolgende geeignete Person in der Thronfolge, in diesem Fall Prinz Charles, automatisch zum Regenten. Solange der Monarch lebt, gebe es aber keine Krönung. Diese Regelung gelte aber nur innerhalb des Vereinigten Königreichs.

Die Frage der Nachfolge

Sollte die Queen sterben, werde in erster Linie Sohn Prinz Charles die Nachfolge antreten, erklärte Sully. Bis zu seiner Krönung könnten dann Monate bis Jahre vergehen. Die Krönung von Prinz William, die bereits wiederholt in den Medien diskutiert wurde, sei dabei nicht ausgeschlossen, so die Politologin. Für einen König William würden sein junges Alter und Beliebtheit sprechen, gegen ihn, dass er, wie Zeitungen kritisieren, seine Pflichten nicht ernst nimmt und seiner Familie den Vorzug gibt. Damit William als Nachfolger infrage käme, müssten die Gesetze zur Nachfolge geändert und durch die Parlamente sämtlicher Commonwealth-Staaten bestätigt werden.

Auch eine Auflösung des Commonwealth sei denkbar. Sully weist dabei auf republikanische Bestrebungen wie etwa Australiens hin, eines der 16 Länder, in denen der britische Monarch auch das Staatsoberhaupt ist. Medienberichten zufolge ist die Queen vielerorts der Grund, warum der Staatenbund, der heute nur noch symbolisches Gewicht hat, noch nicht aufgelöst wurde.

"Die Queen steht für Stabilität in dieser Phase, in der das Land durch den Brexit sehr gespalten ist", betonte Sully. Nach Einschätzung der Politologin wird die Monarchie aber auch von vielen infrage gestellt. Kritisiert werden etwa die Renovierungspläne des Buckingham Palace, für die die Steuerzahler zur Kassa gebeten werden. Dennoch sieht Sully die Monarchie nicht in Gefahr. Die Mitglieder des Königshauses seien - so sagt sie - Überlebenskünstler und würden auf kritische Phasen mit Reformen reagieren, um ihr Bestehen zu sichern.

Quelle: APA

Aufgerufen am 20.09.2018 um 04:34 auf https://www.sn.at/panorama/stars-sternchen/was-passiert-wenn-die-queen-handlungsunfaehig-wird-561043

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