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Alle Aufmerksamkeit gehört 2019 dem Merkur

Der flinke "Götterbote" wird die Erde auf der Innenbahn überholen. Leider ist er schwierig zu beobachten.

 SN/dpa

Drei besondere astronomische Höhepunkte hat das Jahr 2019 zu bieten. Im Jänner eine totale Mondfinsternis, im Juli eine partielle und einen speziellen Blick auf den Planeten Merkur.

Am 21. Jänner findet in den frühen Morgenstunden eine totale Mondfinsternis statt, die von Mitteleuropa aus zu beobachten ist. Eine partielle Mondfinsternis lässt sich am 16. Juli in der ersten Nachthälfte beobachten.

Venus beginnt das Jahr als Morgenstern. Am 6. Jänner erreicht sie ihren größten westlichen Abstand zur Sonne. Von Jänner bis Ende Juni ist unser innerer Nachbarplanet am Morgenhimmel vertreten. Ende Oktober taucht Venus am Abendhimmel auf und beginnt ihre Abendsternperiode. Ihre Rolle als Abendstern spielt sie bis Mai 2020.

Jupiter ist zu Jahresanfang am Morgenhimmel zu sehen. Am 10. Juni kommt der Riesenplanet im Sternbild Schlangenträger in Opposition zur Sonne. Er ist das dominierende Gestirn am Nachthimmel. Zur Opposition nimmt Jupiter seine kleinste Entfernung von der Erde ein. Es trennen ihn 641 Millionen Kilometer von uns, also die mehr als vierfache Distanz Sonne-Erde. Dies entspricht einer Lichtlaufzeit von 35 Minuten und 38 Sekunden. Bis Anfang November ist der Riesenplanet am Abendhimmel zu sehen.

Merkur zeigt sich Mitte Februar bis Anfang März sowie im Juni am Abendhimmel. Mitte August und Ende November bis Anfang Dezember bietet er eine Morgensichtbarkeit. Der sonnennächste Planet ist schwierig zu beobachten. Er zeigt sich immer nur wenige Tage entweder in der Abenddämmerung tief am Westhimmel oder in der Morgendämmerung knapp über dem Osthorizont für jeweils etwa eine halbe Stunde. Am 11. November 2019 zieht der flinke Planet für einige Stunden vor der Sonne vorbei: Es findet das seltene Ereignis eines Merkurtransits statt. Manchmal erscheint der Merkur als winziges dunkles Pünktchen vor der grell leuchtenden Sonnenscheibe. Mit freien Augen ist ein solcher Merkurdurchgang nicht zu beobachten. Merkur und Venus laufen auf Bahnen innerhalb der Erdbahn, wobei sie schneller sind als die Erde.

Alle vier Monate überholt Merkur die Erde auf der Innenbahn. Dabei steht er von uns aus gesehen zwischen Sonne und Erde. Doch nicht bei jedem Überholvorgang passiert der Götterbote die Sonne. Merkurtransite ereignen sich viel seltener als Sonnen- oder Mondfinsternisse. Im 21. Jahrhundert kommt es lediglich zu 14 Merkurtransiten. Wer dieses seltene Ereignis verpasst, erhält erst wieder am 13. November 2032 eine Chance. Von Europa aus ist der aktuelle Merkurtransit nur teilweise zu sehen: An den meisten Orten geht die Sonne unter, bevor der Transit endet. Merkur läuft recht schnell, da er am 16. November durch seinen sonnennächsten Punkt eilt. Das gesamte Ereignis dauert nur 5 Stunden, 28 Minuten und 48 Sekunden.

Merkur ist der Regent des Jahres. Jahresregenten können die sieben klassischen Gestirne Sonne, Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn sein. Eine tiefere Bedeutung hat dies nicht.

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