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Asteroid mit 25 Metern Durchmesser rast an der Erde vorbei

Mit freiem Auge wird er am Sternenhimmel im September aber nicht sichtbar sein. Und: Der Sommer ist astronomisch vorbei.

Am 24. und 25. September zieht der zunehmende Mond an Saturn und Jupiter vorbei. Im Bild: Anblick der Sternenhimmels gegen 21 Uhr. SN/dpa-infografik GmbH
Am 24. und 25. September zieht der zunehmende Mond an Saturn und Jupiter vorbei. Im Bild: Anblick der Sternenhimmels gegen 21 Uhr.

Gleich zu Beginn des Monats galt eine vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ausgesprochene Warnung: Anfang September nicht zu weit aus dem Fenster lehnen - so lautete die augenzwinkernde Devise. Grund dafür war der Vorbeiflug eines Asteroiden von rund 25 Metern Durchmesser. Dieser kleine Himmelskörper kratzte am frühen Abend des 1. September für kosmische Maßstäbe gerade noch so an der Erde vorbei. Der geringste Abstand betrug dabei ein Drittel der Entfernung zum Mond - also knapp 130.000 Kilometer. Ein Zusammenstoß konnte also ausgeschlossen werden. Da dieses Objekt auch sehr klein ist, konnte man den Vorbeiflug mit freiem Auge nicht beobachten.

Noch viel näher kam der Erde im August ein Asteroid in der Größe von einem Auto: 2020 QG hatte nur noch einen Abstand von weniger als 3000 Kilometern zur Erdoberfläche. Aufgrund seiner geringen Größe wäre 2020 QG aber selbst bei einem Zusammenstoß mit der Erde keine große Gefahr gewesen.

Der Monatsanfang bringt gleich den Vollmond des Monats. Am 2. September ist die ganze Mondscheibe am Nachthimmel sichtbar. Neumond ist am 17. September.

Der Sommer ist nun aus astronomischer Sicht vorbei und macht dem Herbst Platz. Dies zeigt sich durch das erste Erscheinen der typischen Herbststernbilder, angefangen beim Herbstviereck, das abends im Nordosten zu sehen ist. Das Herbstviereck setzt sich aus den hellsten Sternen der Sternbilder Pegasus und Andromeda zusammen. Im Sternbild Andromeda kann man - in klaren Neumondnächten sogar mit freiem Auge - die große Nachbargalaxie der Milchstraße entdecken: die Andromedagalaxie. Diese beiden Galaxien bewegen sich aufeinander zu und werden in drei bis vier Milliarden Jahren miteinander verschmelzen. Aus den beiden Spiralgalaxien wird dadurch eine große elliptische Galaxie entstehen.

Gleich mehrere helle Planeten sind im September sichtbar: Jupiter und Saturn, die sich am Abendhimmel immer weiter annähern, sind am Abend und in den frühen Nachtstunden nahe am südlichen Horizont zu bewundern. Besonders gut zu sehen ist auch der Mars. Der rote Planet, zu dem gerade drei Raumsonden unterwegs sind, ist von Sonnenuntergang an die ganze Nacht über sichtbar. Am Morgenhimmel des 6. Septembers zieht der abnehmende Mond sehr nahe am Mars vorbei. Kurz vor Sonnenaufgang sichtbar ist auch noch Venus.

Am 22. September findet die Tagundnachtgleiche statt, die den astronomischen Herbstbeginn markiert. Von diesem Tag an ist es auf der Nordhalbkugel der Erde länger dunkel als hell.

Grund für diesen jahreszeitlichen Wechsel ist die geneigte Rotationsachse der Erde: Auf ihrem Weg um die Sonne zeigt so einmal die Nord- und einmal die Südhalbkugel Richtung Sonne und wird von dieser stärker beleuchtet.

Am ehesten bemerkbar macht sich die verringerte Tageslänge bei Sonnenauf- und -untergang: Mitte September geht die Sonne erst um 6.45 Uhr auf und bereits um 19.20 Uhr wieder unter. Sie ist also insgesamt schon zwei Stunden weniger lang am Himmel zu sehen als noch Mitte August.

Julia Weratschnig ist Astronomin im Haus der Natur in Salzburg.

Quelle: SN

Aufgerufen am 28.09.2020 um 04:05 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/asteroid-mit-25-metern-durchmesser-rast-an-der-erde-vorbei-92240950

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