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Asteroid rauschte an der Erde vorbei

In der Nacht auf Sonntag kam ein Asteroid dem blauen Planeten sehr nahe. Eine Warnung gab es nicht. "2016 QA2" war dafür zu klein.

Asteroid rauschte an der Erde vorbei SN/APA (epa)/NASA/JPL-CALTECH / HANDOUT
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Immer wieder kommen Asteroiden der Erde sehr nahe. Wie nun bekannt wurde, war das auch am vergangenen Wochenende der Fall. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet auf seiner Homepage, dass sich der Brocken "2016 QA2" der Erde am Sonntag gegen 3.20 Uhr bis auf 84.000 Kilometer annäherte. Er rauschte mit zehn Kilometern pro Sekunde heran.

Was sich nach einem großen und sicheren Abstand anhört, ist in den Dimensionen im Weltraum eher eine kleine Strecke. So beträgt der Durchmesser der Erde etwa 13.000 Kilometer und die Entfernung des Mondes zur Erde rund 384.000 Kilometer.

Eine Warnung gab es laut "Spiegel" nicht. Da der Asteroid nur einen Durchmesser von etwa 34 Metern hatte, war es zu klein, um ihn aus der Entfernung sehen zu können. Die NASA entdeckte den Brocken erst wenige Stunden zuvor.

Solche Annäherungen gibt es immer wieder. So war im Februar 2013 ein Meteorit 20 Kilometer über Zentralrussland explodiert. Fast 5000 Gebäude wurden damals beschädigt und mehr als tausend Menschen verletzt.

Die unbekannte Naturgefahr

Ende Juni fand der "Asteroid Day" statt. Wissenschafter informierten dabei weltweit über Asteroiden und ihre möglichen Risiken. "Es handelt sich hierbei um eine im Vergleich mit Erdbeben oder Vulkanausbrüchen wenig bekannte Naturgefahr", erklärte der Generaldirektor des Naturhistorischen Museums Wien (NHM), Christian Köberl. Das Datum für den im Vorjahr erstmals abgehaltenen "Tag der Asteroiden" ist nicht zufällig gewählt: Am 30. Juni 1908 explodierte ein Asteroid knapp über der Erdoberfläche in Sibirien und entwurzelte Bäume im Umkreis von bis zu 30 Kilometern - das sogenannte Tunguska-Ereignis. Die Explosion hatte die Energie von mehreren hundert Hiroshima-Atombomben.

"Eine der größten Bedrohungen für intelligentes Leben in unserem Universum ist die hohe Wahrscheinlichkeit der Kollision eines Asteroiden mit einem bewohnbaren Planeten", wird der britische Physiker Stephen Hawking in einer Aussendung der Europäischen Weltraumagentur ESA zitiert. In einer zum ersten Asteroiden-Tag veröffentlichten Deklaration heißt es: "Es gibt eine Million Asteroiden in unserem Sonnensystem, die das Potenzial haben, auf der Erde einzuschlagen und eine Stadt zu zerstören. Aber bisher sind weniger als 10.000 davon entdeckt, also nur ein Prozent davon. Wir haben die Technologie, um diese Situation zu ändern."

Im NHM gibt es u.a. Führungen durch den Meteoritensaal und eine Show im Digitalen Planetarium über "Katastrophen im Kosmos". Um 17.00 Uhr informiert der Wiener Astronom Thomas Posch über die Mission der NASA-Sonde "Dawn", die den Asteroiden Vesta und den Zwergplaneten Ceres erforscht.

Quelle: SN

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