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Auszeichnung für Philosophin: Was macht eine gute Gesellschaft aus?

Philosophin stellt elementare Fragen zur neuen Arbeitswelt und wird dafür ausgezeichnet.

Es geht um die Grundfragen<AnführungAus14></AnführungAus14><Vorschub2mm_14></Vorschub2mm_14>Lisa Herzog, Philosophin SN/youtube
Es geht um die GrundfragenLisa Herzog, Philosophin

Die Philosophin und Sozialwissenschafterin Lisa Herzog wird in diesem Jahr mit dem Essay-Preis "Tractatus" des Philosophicums Lech ausgezeichnet. Als erste Frau erhält sie nach zehn Männern den mit 25.000 Euro dotierten Preis exemplarisch für ihr Werk "Die Rettung der Arbeit. Ein politischer Aufruf". Das gab das Philosophicum Lech am Mittwoch bekannt.

Die 35-jährige Professorin für Politische Philosophie und Theorie an der Hochschule für Politik an der Technischen Universität München, stellt in ihrem Buch elementare Fragen zur Gestaltung der öffentlichen Arbeitswelt angesichts der durch die digitale Transformation anstehenden Umbrüche. Dabei gehe es "um nicht weniger als um die Grundfragen der politischen Philosophie: Wie wird menschliches Zusammenleben organisiert, was macht eine gute und gerechte Gesellschaft aus, und wie können wir unsere Institutionen und sozialen Praktiken entsprechend gestalten?", fragt die Autorin im Einleitungskapitel ihres Buches.

Das im heurigen Februar publizierte Werk erhielt sofort nach seinem Erscheinen große Aufmerksamkeit und Anerkennung. Für die dreiköpfige "Tractatus"-Jury - Barbara Bleisch, Michael Krüger und Thomas Vasek - hielt Bleisch fest: "Frau Herzog zeigt überzeugend auf, dass eine kritische Auseinandersetzung mit dieser sozialen Grundkategorie weder den Unkenrufen Glauben schenken darf, dass uns die Arbeit ausgehe, weil die Roboter sie uns wegnähmen, noch den Lockrufen aufsitzen, die vom goldenen Zeitalter erzählen, in dem niemand mehr arbeiten muss." Zudem erinnere sie daran, "dass unsere Zukunft weder Verheißung noch Verhängnis ist, sondern ein Gestaltungsspielraum, den es jetzt einzurichten gilt", so Bleisch. Bisherige "Tractatus"-Preisträger sind etwa Ex-Juror und Schriftsteller Franz Schuh (2009) und der Philosoph Peter Bieri (2014), der unter seinem Pseudonym Pascal Mercier mit dem Roman "Nachtzug nach Lissabon" berühmt wurde. Überreicht wird der Preis am 27. September während des Philosophicums Lech, das sich heuer von 25. bis 29. September mit dem Thema "Die Werte der Wenigen. Eliten und Demokratie" auseinandersetzt.

Der privat finanzierte "Tractatus"-Preis gehört zu den höchstdotierten im deutschsprachigen Raum und wurde 2009 vom Verein Philosophicum Lech ins Leben gerufen. Damit sollen herausragende Publikationen auf dem Feld geistiger Auseinandersetzung und Standortbestimmung ausgezeichnet werden.

Quelle: SN, Apa

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