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Behörde bestätigte Risiko bestimmter Insektizide für Bienen

Für Wild- und Honigbienen sind sogenannte Neonicotinoide eine Gefahr. Das hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einem neuen Bericht am Mittwoch klargestellt. Laut EU-Kommission ist geplant, dass die Mitgliedsstaaten auf dieser Basis am 22. März über einen vorliegenden Vorschlag des Freiland-Verbots diskutieren. Ob es auch schon eine Entscheidung geben wird, war unklar.

Mittlerweile ist die Gefahr der Neonicotinoide auch landläufig bekannt SN/APA (dpa)/Patrick Pleul
Mittlerweile ist die Gefahr der Neonicotinoide auch landläufig bekannt

Im Fokus der Untersuchung standen drei für Bienen giftige Insektizide (Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid). Für diese Schädlingsbekämpfungsmittel hatte die Kommission bereits ein Freiland-Verbot vorgeschlagen, die Staaten wollten aber für Diskussionen darüber den EFSA-Bericht abwarten.

Die Experten der Behörde mit Sitz im italienischen Parma werteten diverse wissenschaftliche Studien zu dem Thema aus. "Insgesamt wurde das Risiko für die drei bewerteten Bienentypen bestätigt", sagte der Leiter der Bereichs Pestizide der EFSA, Jose Tarazona. Untersucht wurde die Gefahr für Honig- sowie Wildbienen und Hummeln. Er erklärte auch, dass verschiedene Faktoren die Risiko-Bewertung beeinflussen - etwa, auf welchem Weg die Bienen die Schadstoffe aufnehmen.

Die EFSA bestätigte nunmehr eine frühere Einschätzung: 2013 kam eine erste Studie zu dem Ergebnis, dass die Insektizide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam, die etwa zur Behandlung von Saatgut verwendet werden, erhebliche Risiken für Honigbienenvölker darstellen. Aufgrund mangelnder Daten konnte die Bewertung insbesondere für Wildbienen damals nicht abgeschlossen werden. Dennoch schränkte die EU-Kommission die Nutzung von Neonicotinoiden erheblich ein. Nur in Gewächshäusern und bei ausgewählten Nutzpflanzen wie Wintergetreide dürfen die Insektengifte weiterhin zum Einsatz kommen.

"Neonicotinoide stellen ein inakzeptables Risiko für Bienen, Wildbienen und viele weitere wichtige Insekten dar. Das ist seit vielen Jahren bekannt und wird jetzt auch noch einmal von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit offiziell bestätigt", sagte Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftssprecher bei Greenpeace in Österreich. Dem neuen Bericht zufolge seien die seit 2013 geltenden Teilverbote nicht ausreichend. "Die zuständige Ministerin Elisabeth Köstinger muss sicherstellen, dass das Verbot der Bienenkiller jetzt endlich umgesetzt wird", forderte Theissing-Matei.

Auch Helmut Burtscher, Umweltchemiker von Global 2000, forderte von der VP-Landwirtschaftsministerin ein klares Bekenntnis zum vorgeschlagenen Totalverbot. "Am 24. März werden die europäischen Mitgliedstaaten die Möglichkeit haben, dieses Verbot zu beschließen." Das Bienensterben bedrohe den Wirtschafts- und Landwirtschaftsstandort Österreich. Der volkswirtschaftliche Wert der Bestäubungsleistung der Bienen betrage 900 Millionen Euro, europaweit liege er bei etwa 15 Milliarden Euro. Ohne die Bestäubung der Bienen würde der Ertrag vieler Früchte um 40 bis 90 Prozent sinken: Apfel, Birne, Zwetschke, Schlehdorn, Gurke, Zucchini, Kürbis, Pfirsich, Nektarine, Kirschen, Marille, Weichsel, Himbeere, Brombeere, Heidelbeere.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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