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Corona: 120 Firmen weltweit könnten Impfstoff herstellen

Human Rights Watch hat Bericht erstellt. Das Hauptproblem: Die Technologie zur Herstellung fehlt.

Es gäbe viele potenzielle Firmen, die Corona-Vakzine herstellen können, sagt eine neue Studie von Human Rights Watch (Symbolbild).  SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Es gäbe viele potenzielle Firmen, die Corona-Vakzine herstellen können, sagt eine neue Studie von Human Rights Watch (Symbolbild).

Mindestens 120 Pharmaunternehmen in Asien, Afrika und Lateinamerika wären nach einer Studie von Human Rights Watch (HRW) zur Produktion von mRNA-Impfstoffen in der Lage. Ihnen fehle nur die Technologie der Firmen, die mRNACorona-Impfstoffe entwickelt haben, berichtete die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch. Sie appellierte an die Firmen und namentlich die Regierungen von Deutschland und den USA, diesen Technologietransfer zu ermöglichen.

Nur so könne die Welt die Corona-Pandemie in den Griff bekommen. 89 der Firmen sind in Indien und China angesiedelt, weitere beispielsweise in Vietnam, Ägypten, Senegal, Brasilien und Kuba.

In einem offenen Brief wandte sich HRW gemeinsam mit dem Europäischen Zentrum für Verfassungs- und Menschenrechte (ECCHR) direkt an den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz. Darin fordern sie Scholz auf "alle verfügbaren Maßnahmen zu ergreifen, um sicherzustellen, dass die deutschen Entwickler von mRNA-Impfstoffen, beginnend mit BioNTech, Technologietransfers ins Ausland vornehmen und die breitere Herstellung von Covid-19-Impfstoffen unterstützen, um schnell Leben zu retten und die Menschenrechte weltweit zu schützen."

Mehr als zwei Drittel der Corona-Impfdosen wurden bisher in reichen Ländern verabreicht, nur ein Bruchteil in den ärmsten Ländern. Grund sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor allem Versorgungsengpässe, weil reiche Länder Impfstoffe horteten.

Den zweiten Corona-mRNA-Impfstoff stellt die US-Firma Moderna her. "Die Liste zeigt, dass die Produktion von mRNA-Impfstoffen außerhalb der USA und Deutschlands möglich ist", teilte HRW mit. Moderna sowie Biontech und Pfizer hätten nur drei bis sieben Monate für den Technologietransfer gebraucht, um die Impfstoffe in eigenen neuen Fabriken herstellen zu können.

Die Pharmaindustrie argumentiert immer, der Aufbau einer mRNA-Herstellung und die Schulung des Personals seien kompliziert und brauchten Jahre. Die Firmen bemühten sich selbst, adäquate Partner in anderen Ländern zu finden. Moderna will nach eigenen Angaben Produktionsstätten in Afrika aufbauen, ebenso Biontech.

Experten haben nach Angaben von HRW solche Firmen auf die Liste genommen, die von renommierten Behörden etwa bei der Herstellung steriler Injektionsmittel anerkannt sind. Dazu gehören die europäische Arzneimittelbehörde EMA, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die US-Arzneimittelbehörde FDA.

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