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Corona: Vorhersage-Modell für Krankheitsverlauf entwickelt

Forscher haben ein mathematisches Modell entwickelt, das jene Patienten zuverlässig identifiziert, denen ein günstiger COVID-19-Krankheitsverlauf bevorsteht. Diese Patienten könnten damit früher als bisher üblich aus den Spitälern entlassen werden, wodurch das Gesundheitssystem - bis zum Erreichen einer ausreichenden Durchimpfungsrate - entlastet wäre.

Ein neues Modell soll Vorhersagen für einen Corona-Krankheitsverlauf liefern. SN/pixabay
Ein neues Modell soll Vorhersagen für einen Corona-Krankheitsverlauf liefern.

Eine Besonderheit der durch SARS-CoV-2 ausgelösten Erkrankung ist es, dass es oft erst nach sieben bis zehn Tagen Krankheitsdauer zu einer drastischen Verschlechterung des Krankheitsbildes kommt. Um diese Phase zu berücksichtigen, werden Patienten auch bei einem milden Krankheitsverlauf erst nach längerer Aufenthaltsdauer aus dem Spital entlassen. Die Behandlung derartiger COVID-19 Patienten bindet somit Ressourcen. "Obwohl unser Wissen über das Virus täglich zunimmt, gibt es bisher keine zuverlässigen Entscheidungshilfen für eine frühzeitigere Entlassung", sagt Alice Assinger vom Institut für Gefäßbiologie und Thromboseforschung des Zentrums für Physiologie und Pharmakologie der MedUni Wien. Ein Team von Wissenschaftern unter der Leitung von Alice Assinger entwickelte nun ein Modell, welches günstigere Krankheitsverläufe von hospitalisierten COVID-19-PatientInnen mit hoher Treffsicherheit prognostiziert. Das Besondere dieses Modells ist, dass es auf ohnehin in der klinischen Routine erhobenen Daten beruht und somit keine technisch aufwändigen zusätzlichen Laborbestimmungen notwendig sind. Spitalsärzte können ab sofort die bei ihren Patienten erhobenen Daten in einen Online-Rechner eingeben und haben damit ein Werkzeug an der Hand, das ihre Entscheidung über den Zeitpunkt einer Entlassung wesentlich unterstützt. Das mathematische Modell wurde von Stefan Heber, Institut für Physiologie am Zentrum für Physiologie und Pharmakologie MedUni Wien, entwickelt. An dem Projekt sind zudem die Klinik Favoriten, die Medizinische Universität Innsbruck, die Johannes Kepler Universität Linz und das Karolinska Institut Stockholm beteiligt.

Quelle: APA

Aufgerufen am 22.01.2021 um 06:02 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/corona-vorhersage-modell-fuer-krankheitsverlauf-entwickelt-98203891

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