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Das Wasser ist voller Geschmack

Von süßlich bis zart würzig. Wasser hat viel Geschmack. Aber welche Wirkungen haben die enthaltenen Mineralstoffe? Und worauf ist bei Hitze und Sport zu achten? Trinken Frauen anders als Männer?

Das Wasser ist voller Geschmack SN/fotolia
70 Prozent der Erdoberfläche ist vom Salzwasser bedeckt. Süßwasser macht 2,5 Prozent aus.

Wasser ist die Basis allen Lebens. Es enthält keine Kalorien oder Süßstoffe. Wasser ist daher auch der beste Durstlöscher, vor allem an heißen Tagen. Pro Tag verliert jeder Mensch unbemerkt über Fußsohlen und Handflächen einen halben Liter Wasser. Je nach Tätigkeit über den Rest des Körpers auch mehr. Empfohlen wird allgemein mindesten eineinhalb bis zweieinhalb Liter Flüssigkeit täglich zu sich zu nehmen. Das geht am besten durch Wassertrinken.

"Viele meinen, Wasser sei geschmacklos. Aber das stimmt gar nicht ", sagt ernährungswissenschafterin Marlies Gruber vom österreichischen Forum Ernährung. "Abhängig von der Zusammensetzung enthaltener Mineralstoffe, der Temperatur oder der Verpackung schmeckt Wasser immer verschieden." Natrium- und chloridreiches Wasser habe eine leicht salzige Note, eisenreiches Wasser eine metallische, sulfatreiches (schwefeliges) Wasser schmecke eher süßlich bis leicht bitter und magnesiumreiches Wasser zart würzig. Mineralwasser in PET-Flaschen erhält bei längerer Sonneneinstrahlung einen fruchtig-alkoholischen Geschmack.

Eine US-Studie zeigt, dass eiskaltes Wasser zum Essen so manche Gaumenfreude einschränken kann: Schokolade zum Beispiel schmeckt nach einem Schluck kaltem Wasser weniger süß und und viel weniger nach Schokolade als nach 20 bis 50 Grad Celsius warmen Wasser.

"Die im Wasser enthaltenen Mineralstoffe können sehr wohl auch gesundheitliche Wirkung erzielen", sagt Gruber. Vorausgesetzt sie seien höher konzentriert. Sie zählt auf:

• Mineralwasser mit mehr als 150 Milligramm Kalzium pro Liter versorgt den Menschen mit dem Mineral, das er für die Festigkeit seiner Knochen benötigt. "Gerade für Veganer oder Vegetarier ist das ein guter Weg, um die Empfehlung von täglich 1000 Milligramm Kalzium zu erreichen", erklärt die Ernährungswissenschafterin.

Der Mensch erhält hauptsächlich durch Milchprodukte, Eier und Fisch oder Meeresfrüchte.

• Mineralwasser mit mehr als 1300 Milligramm Hydrogenkarbonat pro Liter wirkt positiv auf den Magen. Es kann überschüssige Magensäure binden. Es wirkt daher gegen Sodbrennen und lindert Beschwerden bei Reizmagen. "Außerdem beugt es der Entstehung von Gicht vor, da es die Bildung von Harnsäuresteinen und die Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelenken hemmt", sagt Gruber.

• Mineralwasser mit mehr als 100 Milligramm Magnesium pro Liter hilft, den erhöhten Magnesiumbedarf während des Wachstums, in der Schwangerschaft und Stillzeit zu decken.

"Was und wieviel wir trinken sollen, hängt mit der Lebensphase und den Umständen zusammen: Kinder und ältere Menschen empfinden weniger Durstgefühl. Das regelmäßige Anbieten von Wasser sind daher bei Jung und Alt wichtig. Kinder brauchen einen Liter Flüssigkeit pro Tag. Erwachsenen sollten 1,5 Liter alkoholfreie und möglichst ungesüßte Getränke, im Idealfall Wasser, trinken", sagt Gruber.

Bei Sommerhitze oder beim Sport erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf drastisch, auf etwa das Doppelte bis Dreifache. Wer stark schwitzt, verliert dabei aber auch wichtige Mineralien wie Natrium und Chlorid. Auch die sollten ersetzt werden. Gruber schlägt vor, einen Teil Obstsaft mit zwei Teilen stillem Mineralwasser zu verdünnen. Wird natriumarmes Mineralwasser oder Leitungswasser verwendet, kann man eine Messerspitze Salz hinzufügen. "Wer aber Brot, Wurst oder Käse dazu isst, nimmt meist ausreichend Natrium auf."

Man kann übrigens auch zu viel Wasser trinken und sich eine Wasservergiftung zuziehen. Das ist dann der Fall, wenn man mehr als drei Liter natriumarmes Wasser pro Stunde trinkt. Dabei wird die Zellflüssigkeit so stark verdünnt, dass ein Ungleichgewicht entsteht, der Natriumgehalt im Blut stark sinkt und die Zellen aufquellen. Das führt zu Kopfschmerzen und Übelkeit.

Umfragen in Österreich ergaben, dass beide Geschlechter etwa gleich viel Wasser konsumieren. Nämlich ein bisschen zu wenig: 1,4 Liter am Tag. Männer greifen mit einem kleinen Bier (340 ml) oder einem Glas Wein vier Mal häufiger zu Alkoholischem als Frauen.

Frauen konsumieren dafür pro Tag an die 8u00 Milliliter Tee und Kaffee. Das ist ein gutes Drittel mehr, als das Männer tun. Nicht so beliebt sind in Österreich offenbar Obst- und Gemüsesäfte, Limonaden und Milch (im Schnitt 132 ml Saft, 140 ml Limonaden, 85 ml Milch am Tag).

Aufgerufen am 18.09.2018 um 09:49 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/das-wasser-ist-voller-geschmack-1195309

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