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"Der Populismus verschwindet nicht von allein"

Populistische Politiker können ein Land schrittweise so massiv verändern, dass am Ende alle das Gefühl haben, dagegen sei nichts mehr zu machen. Das ist aber keine Automatik. Viel hängt von den politischen Gegenspielern ab.

Der Demokratietheoretiker Jan-Werner Müller von der Princeton University, USA, warnt im SN-Gespräch vor dem Irrglauben, dass der populistische Spuk in der Politik bald wieder vorbei sein werde.
Sie halten demnächst beim Symposion Dürnstein einen Vortrag zur Frage, ob der Populismus eine Gefahr oder ein Korrektiv für die Demokratie sei. Ist er beides?
Müller: Ich glaube nicht, dass der Populismus ein Korrektiv in der Demokratie sein kann, indem er mehr direkte Demokratie bringen würde. Erstens haben Populisten mit der repräsentativen Demokratie kein Problem, sie denken nur, dass wir falsche Repräsentanten haben, die korrupt sind und nicht für das Volk arbeiten. Sobald sie selbst oben wären, wäre die Welt in Ordnung.

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