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Die Bergleute der Bronzezeit laden zum Besuch ein

Besucher können während des Wochenendes "Archäologie am Berg" Geschichte und Forschung erleben.

Wie haben sie es damals gemacht? Darüber geben die Forscher Auskunft. SN/nhm wien
Wie haben sie es damals gemacht? Darüber geben die Forscher Auskunft.

Geschichte ist nichts, was in jedem Fall völlig vergangen und verloren ist. Die Funde, die Archäologen zutage fördern, zeigen das. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist Hallstatt. Dort lässt sich bereits ab der Bronzezeit, spätestens ab 1500 vor Christus, der Salzabbau in großem Umfang nachweisen. Die sogenannte Hallstatt-Kultur definiert eine ganze Epoche der europäischen Archäologie.

Ein Mal pro Jahr sind große und kleine Interessenten in Hallstatt eingeladen, den Archäologen über die Schulter zu schauen. Heuer laden das Naturhistorische Museum Wien (NHM) und die Salzwelten Hallstatt am Samstag, 18., und Sonntag, 19. September 2021, von 10 bis 17 Uhr zur öffentlichen Veranstaltung "Archäologie am Berg" ein. Gezeigt wird die Forschungsarbeit in der Außenstelle des NHM in der Alten Schmiede.

Mit der UNESCO-Welterbe-Stätte und dem weltbekannten archäologischen Fundort Hallstatt in Oberösterreich ist das Naturhistorische Museum Wien seit mehr als 100 Jahren verbunden und leitet dort in Kooperation mit der Salinen Austria AG und den Salzwelten Grabungsarbeiten, die die Geschichte der Menschen anhand ihrer Hinterlassenschaften im oberirdischen Gräberfeld sowie im unterirdischen Salzbergwerk erforscht.

Die Bergleute waren handwerkliche und wirtschaftliche Könner. Sie fertigten vor 3000 Jahren Leuchtspäne, spezielle Werkzeuge, Tragegeräte, Seile, Schuhe, Rucksäcke und Holzgefäße an. Zu den spektakulären, weltweit berühmten Funden gehört eine Holzkonstruktion. In der Bronzezeit befand sich diese Stiege in einer Abbaukammer rund 100 Meter unter der Oberfläche. Über sie transportierten die Bergleute das Salz zum unteren Ende eines Förderschachts.

Die diesjährige Veranstaltung steht unter dem Motto des Welterbes: bewahren, erforschen und sichtbar machen. So erfahren Besucher etwas zu Verbrauch, Produktion, Rohstoffen, Arbeitskraft, Transport, über Ressourcenverknappung und nachhaltiges Wirtschaften. Sie können bei allen Arbeitsschritten der Archäologen dabei sein - von der Bergung im Stollen bis zur Präsentation in der Vitrine. Nicht immer geht es in der Archäologie um Grabungsarbeiten. Laserscanner und Computertomografie werden ebenso eingesetzt. Auch das ist in Hallstatt zu sehen.


Info: Die Veranstaltung (Samstag und Sonntag ab 10 Uhr) ist für alle Interessierten kostenlos. Zu bezahlen ist die Auffahrt mit der Salzbergbahn.


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