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Die Nasa schickt eine Sonde zur Sonne

"Parker Solar Probe" soll der Sonne so nahe kommen wie keine andere zuvor. Klappt alles, wird sie den Stern unseres Sonnensystems fast berühren - und völlig neue Erkenntnisse liefern.

Mit Hilfe der Schwerkraft der Venus gelangt die Sonde in Richtung Sonne.  SN/APA/AFP/NASA/Johns Hopkins APL/HO
Mit Hilfe der Schwerkraft der Venus gelangt die Sonde in Richtung Sonne.

Nie schien der Hans Albers-Klassiker passender als jetzt: "Flieger, grüß mir die Sonne", heißt es am Samstagvormittag, wenn erstmals eine Sonde zu einem Flug in die Sonnenatmosphäre hinein aufbrechen soll. Geschützt von einem fast zwölf Zentimeter dicken Karbonpanzer werde die "Parker Solar Probe" dabei mehr Hitze und Strahlung aushalten müssen, als je ein Raumflugkörper zuvor, berichtet die US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Bis auf rund 6,2 Millionen Kilometer soll sich die Sonde der Sonne nähern, sie auf elliptischen Bahnen umrunden, ihre Atmosphäre untersuchen und dabei mehr als 1370 Grad Celsius aushalten. In Sonnennähe erreicht sie voraussichtlich eine Geschwindigkeit von rund 200 Kilometer pro Sekunde. Die Nasa-Forscher versprechen sich von der bis 2025 angesetzten Mission Erkenntnisse über die Funktionsweise von Sternen. Die gesammelten Daten könnten auch künftige Wettervorhersagen genauer machen.

Warum sind die Strahlen heißer als die Oberfläche?

"Die Parker Solar Probe wird Fragen über Solarphysik beantworten, die uns seit mehr als sechs Jahrzehnten umtreiben", sagte Nasa-Wissenschafterin Nicola Fox. "Es ist ein Raumschiff, vollgeladen mit technologischen Neuerungen, die viele der größten Mysterien um unseren Stern herum lüften werden - zum Beispiel, warum der Strahlenkranz um die Sonne herum heißer ist als ihre Oberfläche."

Los geht es für die rund 700 Kilogramm schwere "Parker Solar Probe" an Bord einer "Delta IV Heavy"-Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Staat Florida. Mit Hilfe der Schwerkraft der Venus gelangt die Sonde nach dem Aufbruch dann in Richtung Sonne und damit zum Stern im Zentrum unseres Sonnensystems, um den die Erde kreist und von dem sie durchschnittlich rund 150 Millionen Kilometer entfernt ist.

Mit der "Parker Solar Probe" benannte die Nasa erstmals eine Sonde nach einem lebenden Wissenschafter, dem Astrophysiker Eugene Parker (91), einem emeritierten Professor der University of Chicago. Er fühle sich sehr geehrt, sagte Parker. "Die Sonde fliegt in eine Gegend des Weltalls, die wir noch nie erkundet haben. Es ist sehr aufregend, dass wir da endlich hinschauen können. Ich hätte gerne detailliertere Messungen der Sonnenwinde. Ich bin mir sicher, es wird einige Überraschungen geben. Gibt es immer."

Seit Jahrzehnten schon plant die Nasa eine solche Sonnen-Expedition, nun wird sie Wirklichkeit - Sonnensonden kommen nun gleich im Doppelpack. Zwei Jahre nach der "Parker Solar Probe" soll der nächste Raumflugkörper zur Sonne starten, der "Solar Orbiter" der europäischen Raumfahrtagentur Esa. Die Missionen wurden unabhängig voneinander entwickelt.

"Es gibt da einfach Fragen, die uns seit langer Zeit beschäftigen", sagte Nasa-Forscher Adam Szabo. "Wir wollen herausfinden, was nahe der Sonne passiert, und die offensichtliche Lösung dafür ist, einfach hinzufliegen. Wir können es gar nicht mehr abwarten."

Die Sonde "Parker Solar Probe" kommt zwar näher an die Sonne heran, als alle anderen zuvor. Sie ist aber nicht die erste, die die Sonne aus der Nähe untersucht. Bereits in den 1970er Jahren starteten die deutsch-amerikanischen Sonden Helios 1 und Helios 2, die jedoch mit rund 45 Millionen Kilometern einen gebührenden Abstand zum Hitzeball hielten. Zum Vergleich: Die Erde ist im Schnitt etwa 150 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt, Merkur rund 58 Millionen Kilometer.

Quelle: Dpa

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