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Ein Sommernachtstraum am Himmel

Gleich zwei besondere Konstellationen erhellen den Nachthimmel am 27. Juli. Das Wetter wird voraussichtlich mitspielen.

Der Blutmond SN/AFP
Der Blutmond

Kommenden Freitag taucht der Mond taucht in den Erdschatten ein, es ist die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Der Mars ist der Erde gleichzeitig so nah wie selten. Das Schauspiel fängt mit Beginn der Dunkelheit am späten Abend an. Die Mondfinsternis endet kurz nach Mitternacht, Mars hingegen ist die ganze Nacht lang zu sehen. Zahlreiche Sternwarten, Planetarien, astronomische Vereine und Forschungsinstitute laden zum Beobachten des Spektakels ein.

Der Verlauf dieser Mondfinsternis ist in Österreich fast ganz zu sehen. Verpasst wird zwar der Beginn, da der Eintritt in den Kernschatten bereits vor dem Mondaufgang beginnt. Die Totalität, welche eine Stunde und 43 Minuten dauert, ist jedoch vollständig beobachtbar.
Das besondere an dieser Finsternis: es ist die längste Mondfinsternis in diesem Jahrhundert und sie findet genau am Tag der Marsopposition statt, nur vier Tage vor der größten Annäherung des Roten Planeten an die Erde seit 2003. Und knapp zwei Wochen vor dem Perseiden-Maximum.

Die Chancen, das Himmelsspektakel zu sehen, sind nicht schlecht: In der nächsten Woche wird es nachts meist aufklaren und es sollen nur wenige Wolken am Himmel sein.

Diese totale Mondfinsternis ist besonders lang

Nur wenn sich die Mondbahn mit der Erdbahn bei Vollmond kreuzt, verfinstert sich der Mond, erklären die Astronomen. Die totale Mondfinsternis ist diesmal besonders lang: Der Mond taucht für eine Stunde und 44 Minuten vollständig in den Erdschatten ein. Übertroffen wird diese Mondfinsternis-Dauer erst am 9. Juni 2123 - um zwei Minuten.

Der als Roter Planet bekannte Mars ist weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Anders als diese braucht er auf seiner Bahn nicht ein, sondern fast zwei Jahre, um die Sonne zu umrunden. Der Abstand vom Mars zur Sonne schwankt erheblich: An seinem sonnenfernsten Punkt ist er rund 250 Millionen Kilometer entfernt, am sonnennächsten nur etwas mehr als 200 Millionen Kilometer. Nur wenn der Mars der Sonne nahe steht und ihn die Erde auf der Innenbahn überholt, ist er am Himmel besonders hell und vergleichsweise groß zu sehen.

Zu dieser speziellen Konstellation kommt es im Durchschnitt aber nur alle 15 Jahre. Am 27. Juli ist der Mars nur etwa 58 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Das ist der Minimalabstand.

Zuletzt kamen sich die beiden Planeten 2003 mit 55,8 Mio. Kilometern so nahe, nächstes Mal wird es erst 2035 wieder so weit sein. In dieser aus Erdperspektive besonderen Position ist der Mars nicht nur die ganze Nacht über zu sehen, er leuchtet "sogar heller als der Riesenplanet Jupiter, und das in seinem typischen, auffälligen Rot", erklärte Alexander Pikhard, Chef der Wiener Arbeitsgemeinschaft für Astronomie (WAA).
Unter diesen Umständen lässt sich der Rote Planet theoretisch besonders gut beobachten: "Bei 60-facher Vergrößerung erscheint Mars im Fernrohr so groß wie der Vollmond mit bloßem Auge".

Das Spektakel beginnt um 20.30 Uhr

Um 20.30 Uhr wird der Vollmond bereits partiell verfinstert aufgehen. Vom linken Rand aus breitet sich die Verfinsterung dann bis zur um 21.30 Uhr beginnenden Totalität aus.
Ab etwa 22.00 Uhr wird es in Mitteleuropa dunkel genug sein, dass der Mond als rötliche Scheibe im Südosten gut sichtbar wird. Die rote Färbung kommt vom Sonnenlicht, das von der Erdatmosphäre in Richtung Mond gestreut wird. Kurz vor Ende der Totalität um exakt 23.14 Uhr wird der Blick auf den dunkelroten Vollmond voraussichtlich am lohnendsten.

Der Mars folgt eine Stunde später, steht aber nicht so hoch wie der Mond und leuchtet sehr hell mit rötlichem Licht. Zum Höhepunkt der Mondfinsternis gegen 22.22 Uhr stehen sowohl der Mond als auch der Mars noch tief über dem Horizont. Am Ende der Finsternis um 23.14 Uhr stehen die beiden Himmelskörper den Astronomen zufolge deutlich höher. Es ist dann richtig dunkel und beide leuchten rötlich.

Quelle: SN

Aufgerufen am 19.08.2018 um 05:22 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/ein-sommernachtstraum-am-himmel-36779596

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