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Eine Messe für die Karriere

Im Karriereforum konnten sich Schüler und Studenten beruflich orientieren. 70 Unternehmen und Institutionen stellten ihnen Informationen bereit - sogar für angehende Priester.

Eine Messe für die Karriere SN/Marco Riebler

Andreas Feusthuber weiß schon, was er nach der Matura machen will. "Ich werde Priester", sagt der 19-Jährige. Es sei sein lang gehegtes Lebensziel: "Es ist meine Berufung, auch wenn die Anforderungen hoch sind. Im Theologiestudium müssen wir Latein und Altgriechisch lernen." Feusthuber ist auf dem 10. Karriereforum in der Salzburger Residenz, weil er sich nach den Anmeldungsterminen an der Uni erkundigen wollte. Und der 19-Jährige wollte sich seine Wahl nochmals bestätigen lassen. "Ich habe auch mit ein paar Firmen geredet, aber ich bleibe bei meiner Entscheidung."

Während des Karriereforums am Dienstag stellten sich 70 Unternehmen und Institutionen auf 2000 Quadratmetern vor. Die Schüler und Studenten konnten sich von Peek & Cloppenburg über dm, Spar bis zu KTM und anderen vorhanteln und prüfen, ob die Firma zu ihnen passt.

Thomas Renner und Thomas Altendorfer, die Klassenkameraden von Feusthuber, sind dennoch unschlüssig. "Ich denke in ganz viele verschiedene Richtungen: Militär, Arzt oder doch gleich arbeiten?", fragt Renner. Das Pendel schlage derzeit Richtung sofortigen Berufseinstieg aus. Denn Geld schade nie und im Lernstress eine Entscheidung zu treffen sei nicht klug. Altendorfer hat indes schon seinen geheimen Favoriten gefunden. "MultiMe diaArt an der FH Salzburg würde mich interessieren." Durch das Karriereforum habe er auch mehr über die Unterschiede zwischen Uni und FH erfahren. "Die FH-Studiengänge sind praktischer."

Den Jugendlichen in Salzburg dürfte es derzeit leichter fallen, einen Job zu finden. Im Oktober waren um 8,9 Prozent weniger Menschen zwischen 20 und 24 Jahren arbeitslos als im Vorjahresmonat. Zudem gibt es zahlreiche offene Stellen, wie Wilfried Beer vom Arbeitsmarktservice sagt. Derzeit werden allein 107 EDV-Techniker gesucht. Wer jetzt krampfhaft nach einer Technikausbildung strebe, denke aber falsch: "Die Jugendlichen sollten das machen, was sie interessiert. Und sich erst dann am Markt orientieren." Denn welche Jobs in Zukunft gefragt seien, könne man nicht vorhersehen.

Susanne Beran hat sowieso andere Pläne. Die Jusstudentin hat gerade ihre Diplomarbeit abgegeben und macht nebenbei eine betriebswirtschaftliche Ausbildung. Die Salzburgerin sucht einen Job im Personalmanagement: Am KTM-Stand erkundigt sie sich nach den offenen Stellen. Lisa Hupf berät sie - und gibt ihr gleich Stellenangebote mit. "Das würde schon ganz gut passen", sagt Hupf.

Von dem Motorrad neben dem KTM-Stand sind indes Vanessa Lettner und Christina Freundlinger begeistert. Die beiden fahren in ihrer Freizeit Cross-Motorräder. Einen technischen Beruf wollen sie aber nicht. "Ich will eine Bürotätigkeit machen", sagt Freundlinger. Für einen technischen Beruf hätten sie die falsche Schule gewählt. Die beiden Schülerinnen maturieren nächstes Jahr in der HAK Neumarkt. Das Karriereforum finden sie hilfreich. "Es ist ein guter Überblick und man kommt mit den Firmen leicht in Kontakt", sagt Freundlinger und Lettner ergänzt: "Wir können ja nicht alle Unternehmen einzeln mit dem Motorrad abfahren."

Quelle: SN

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