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Eine Wand aus Moos soll gefährlichen Feinstaub schlucken

Moos filtert Schadstoffe aus der Luft. Diese Eigenschaft will sich die Stadt Stuttgart an einer vielbefahrenen Bundesstraße nutzen.

Eine Testmooswand steht am 20.02.2017 in Stuttgart (Baden-Württemberg) an einer vielbefahrenen Straße.  SN/APA/dpa/Marijan Murat
Eine Testmooswand steht am 20.02.2017 in Stuttgart (Baden-Württemberg) an einer vielbefahrenen Straße.

Im Kampf gegen den Feinstaub setzt Stuttgart künftig auf eine Wand aus Moos. Seit Montag zeichnet eine Teststation samt Mooswand an der Cannstatter Straße die Schadstoffwerte auf. Die Universität Stuttgart wird die Daten auswerten.

"Wir wollen mit dieser Pilotstudie herausfinden, ob sich Mooswände dazu eignen, die Feinstaub-Belastung in Städten zu reduzieren", erklärte Oberbürgermeister Fritz Kuhn (Grüne). Ein entsprechendes Probestück war schon länger angekündigt worden. Vor kurzem war in Stuttgart zum dritten Mal in dieser Saison Feinstaubalarm ausgerufen worden.

Wissenschafter der Uni Bonn haben herausgefunden, dass Moose Feinstaubpartikel aus der Atmosphäre entfernen können. "Das Besondere an Moosen ist, dass sie nicht nur wie andere Pflanzenarten den Feinstaub auf den Pflanzenoberflächen filtern, sondern die Feinstaubpartikel auch verwerten und in das Pflanzengerüst einbauen können", teilte die Stadt mit. "So kann der Feinstaub dauerhaft gebunden werden."

Mithilfe der Testwand soll auch untersucht werden, welche Moose sich für den Einsatz an der Straße überhaupt eignen. Im Februar oder März 2017 soll die Mooswand schrittweise aufgebaut werden. Bis Ende März 2017 soll sie auf einer Länge von etwa 100 Metern stehen.

Zuletzt waren die Schadstoffwerte in der Landeshauptstadt stark gestiegen. Die Messstation am Neckartor zeigte nach jüngsten Werten 131 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft an, wie aus Daten der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) hervorgeht. Die von der EU vorgegebene zulässige Grenze der Partikel liegt bei 50 Mikrogramm.
Feinstaubalarm wird ausgerufen, wenn die vorhergesagte Wetterlage einen Anstieg der Werte erwarten lässt. Autofahrer sind dann aufgerufen, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Auch sogenannte Komfortkamine, die nicht zum Heizen nötig sind, sollen nicht benutzt werden.

Quelle: Dpa

Aufgerufen am 24.09.2018 um 02:33 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/eine-wand-aus-moos-soll-gefaehrlichen-feinstaub-schlucken-356728

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